Ibiza-Affäre: Die gejagten Fallensteller

Durch das Ibiza-Video hat die Diskussion über transparente Parteienfinanzierung wieder Fahrt aufgenommen

Durch das Ibiza-Video hat die Diskussion über transparente Parteienfinanzierung wieder Fahrt aufgenommen

Justiz ermittelt wegen „Täuschung“, „Missbrauch von Tonaufnahme- und Abhörgeraten“ sowie „Fälschung besonders geschützter Urkunden“ gegen Produzenten des Ibiza-Videos.

Wer hat das Ibiza-Video produziert, über das die FPÖ-Granden Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus gestürzt sind? Laut einem profil vorliegenden Schriftsatz des Landeskriminalamts Wien vom 31. Mai ermittelt die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien gegen derzeit drei Personen sowie „unbekannte Täter“:

1) Der zuletzt in Wien und München lebende Julian H., also jener österreichische Sicherheitsberater, der maßgeblich an der Planung und Umsetzung der Operation Ibiza beteiligt gewesen sein soll. H. spielte unter anderem den Begleiter der angeblichen Lettin und Nichte eines russischen Oligarchen, er ist auf den bisher zugänglich gemachten Clips für persönliche Bekannte zu identifizieren.

2) Edis S., ein Österreicher mit bosnischen Wurzeln und Lebensmittelpunkt in Salzburg ist seit Jahren ein Kompagnon von Julian H. Er soll an der Aktion ebenso beteiligt gewesen sein wie der dritten Verdächtige, nämlich Slaven K., ein bosnischer Staatsbürger, der zuletzt ebenfalls in Salzburg lebte.


Drei Tatbestände

Konkret wird derzeit auf Grundlage von drei Tatbeständen ermittelt: „Täuschung“, „Missbrauch von Tonaufnahme- und Abhörgeraten“ sowie „Fälschung besonders geschützter Urkunden“.

Der Wiener Rechtsanwalt M. wird in dem vorliegenden Schriftsatz nicht explizit als Verdächtiger geführt. Nach profil-Recherchen ist aber auch seine Rolle Gegenstand der Ermittlungen. Schließlich gilt er als Auftraggeber der Truppe um Julian H.

„Zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt“

M. kommuniziert mittlerweile über seinen Anwalt Richard Soyer. Dieser hatte vor wenigen Tagen im Namen seines Klienten erklärt, bei dem Ibiza-Video handle es sich um ein „zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt“, bei dem „investigativ-journalistische Wege beschritten“ worden seien. StA-Sprecherin Bussek wollte sich auf Anfrage nicht zur Verdachtslage gegen Rechtsanwalt M. äußern.

Weitere Details zu den Ermittlungen finden sich in der aktuellen profil-Printausgabe.