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profil-Morgenpost
11/08/2021

Inside Klimagipfel

Die Weltklimakonferenz in Glasgow geht in die zweite Halbzeit. Jetzt geht’s ans Eingemachte.

von Christina Hiptmayr

Wissen Sie, worum es sich bei Aosis handelt? Was Geoengineering bedeutet? Oder welche Aufgabe der Green Climate Fund hat? Ein bisschen Zeit sich kundig zu machen, ist noch, denn während Sie diese Morgenpost lesen, geht der Weltklimagipfel im schottischen Glasgow bereits in seine zweite Halbzeit. In der brandaktuellen profil-Ausgabe wird Ihnen geholfen: Kollegin Franziska Tschinderle hat ein Glossar mit Begriffen zusammengestellt, die man kennen muss, um bei der UN-Weltklimakonferenz (COP26) den Überblick zu behalten.

Was die breite Öffentlichkeit von derartigen Veranstaltungen wahrnimmt, sind die Auftritte hochrangiger Politiker und die Kritik der Aktivisten. Doch wie funktioniert so eine Weltklimakonferenz eigentlich wirklich? Was passiert hinter den Kulissen? Darüber haben Joseph Gepp und ich in unserer neuen Episode von „Tauwetter“, dem profil-Podcast zur Klimakrise, mit Helmut Hojesky gesprochen. Er ist – ohne despektierlich sein zu wollen – ein alter Klimagipfel-Hase.  Seit 1995 hat er auf keiner COP gefehlt, seit 1997 ist er zudem Leiter der österreichischen Delegation. Hojesky gibt Einblick, wie die Verhandlungen auf der Beamtenebene laufen (er ist Chef der Abteilung für „Allgemeine Klimapolitik“ im Ministerium für Klimaschutz), wie die Abstimmung zwischen den EU-Mitgliedern vonstatten geht und ab welchen Zeitpunkt die Politiker das Ruder übernehmen. Außerdem hat er uns erzählt, was er von Klimaaktivistin Greta Thunberg hält, ob er angesichts mangelnder Fortschritte nicht manchmal in Frustration verfällt und welches Ergebnis heuer zu erwarten ist.

Siobhán Geets wiederum hat sich für die aktuelle Ausgabe mit Johannes Wesemann getroffen, der bei der COP26 laut eigenem Bekunden ordentlich „Radau“ gemacht hat. Der österreichische Manager und Unternehmer hat den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag angezeigt. Der Vorwurf: Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Begründung: Seit Bolsonaros Amtsantritt ist die illegale Abholzung des Amazonas-Regenwalds rapide angestiegen. Das dadurch freigesetzte C02 lässt die globale Temperatur weiter ansteigen. „Der Planet gegen Bolsonaro“, so lautet die Anzeige, die Wesemann zusammen mit Juristen eingebracht hat. In der 300 Seiten starken Klageschrift versuchen sie zu belegen, dass Bolsonaros Handeln in direktem Zusammenhang mit der Erderhitzung steht.

Einen klimafreundlichen Start in die Woche wünscht

Christina Hiptmayr

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