Menschen des Jahres: Maria Fekter quasselte sich ins politische Out

Menschen des Jahres: Maria Fekter quasselte sich ins politische Out

Die Menschen des Jahres 2013: Maria Fekter quasselte sich ins politische Out.

Zum Schluss schwang sie sich noch einmal zu alter Hochform auf. "Aber geh“, knarrte Maria Fekter metallisch, unterbrach mit einem rustikalen "Samma uns ehrlich“ ständig alle und kanzelte Vorschläge der SPÖ mit "Lebt’s ihr auf dem Mond?“ ab. In den entscheidenden Dezembertagen der Koalitionsverhandlungen kultivierte sie ihre Lieblingsrolle: die resche Sozifresserin, die in ihrem verbalen Furor auch gern Parteifreunde mit vergrätzt.

So ruppig dominant kann Maria Fekter sein, wenn sie "den einzigen Mann in der Regierung“ (Fekter über Fekter) gibt und all die Klischees der Alpen-Margaret-Thatcher erfüllt, die sie immer schon lustvoll selbst heraufbeschwor.

So erlebte man sie zuletzt jedoch selten. In den Wochen seit der Nationalratswahl war es leise geworden um die laute Oberösterreicherin: ÖVP-Obmann Michael Spindelegger hatte den "Wirbelwind der Regierung“ (Spindelegger über Fekter) kaltgestellt und als "gewesene“ Finanzministerin öffentlich desavouiert - und Fekter hatte ihre Demontage weitgehend kampflos hingenommen. Nicht einmal für das Amt des Zweiten Nationalratspräsidenten kandidierte sie gegen Karlheinz Kopf. Das ist die andere Seite der Maria Fekter: Die Langzeit-Politikerin, die schon im Jahr 1990 erstmals in der Regierung saß, bewies immer wieder eine Loyalität zu ihrer Partei und deren wechselnden Chefs, die in der ÖVP rar geworden ist. Widerspruchslos ließ sie sich auf undankbare Posten schieben: auf jenen der Fraktionsführerin im Eurofighter-Untersuchungsausschuss etwa - und schließlich ins politische Out.

Fekters Kernkompetenz ist der Krawall. Sie redet sich, "shortly und without from delay“, bevorzugt in Kalamitäten - egal, ob sie Italien attestierte, kurz vor der Zahlungsunfähigkeit zu stehen und ein Fall für den Euro-Rettungsschirm zu sein, ob sie Griechenland aus der Währungszone hinausquasselte oder Jean-Claude Juncker, dem damaligen Chef der Euro-Gruppe, ferndiagnostisch Nierensteine unterjubelte. "Hexe aus dem Süden“ wurde Fekter EU-intern gern genannt, was zwar einen leicht sexistischen Hautgout hatte und dennoch nur ein Hilfsausdruck für das diplomatische Schlamassel war, das Fekter allzu oft anrichtete.

"Finance ist etwas anderes als die Kieberei“, hatte sie zum Amtsantritt als Finanzministerin gesagt. Sie schaffte es jedoch nie, ernsthaft zu verinnerlichen, dass gerade in der Euro-Krise verbale Zurückhaltung zur Job-Description einer Finanzministerin gehören kann und muss. "Manchmal reiße ich mich zusammen. Das funktioniert dann auch - für einen halben Tag“, räumte sie in einem ihrer raren Momente der öffentlichen Selbstkritik ein. Die Erkenntnis kam um ein paar Eklats zu spät.

Die Menschen des Jahres 2013:

# Angela Merkel hielt den deutschen Haushalt sauber.

# Frank Stronach sorgte für Erheiterung