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Österreich
01/13/2020

profil-Morgenpost: Ein Märchen wird wahr

Guten Morgen!

von Sebastian Hofer

Wir müssen jetzt stark sein. Der Alltag ist zurück, das Interregnum beendet, die österreichische Bundesregierung wieder eine ganz normale österreichische Bundesregierung.

Sebastian Hofer

Wenigstens bleibt das Budget Provisorium, und Außenminister Schallenberg ist auch noch da, die Spannung des politischen Wahnsinnsjahres 2019 hält also zumindest symbolisch noch ein bisschen an. Zum Träumen müssen wir aber ab sofort wieder ins Kino gehen. Dabei ist freilich eines zu beachten: Man sollte das Zeichentrickmärchen „Die Eiskönigin II“ nicht mit der Realität verwechseln, insbesondere nicht mit der Realität in Oberösterreich, sonst ist der Bürgermeister von Hallstatt, Alexander Scheutz, nämlich unglücklich. Dem „Spiegel“ hat Scheutz gerade verraten, dass er auf das Gerücht, seine Gemeinde hätte als visuelles Vorbild für das eiskönigliche Märchenreich gedient, gut hätte verzichten können: „Das ist zusätzliche Werbung für uns - und wir halten das nicht mehr aus.“

Er würde zudem jederzeit den Gegenbeweis antreten: „Auf Bildern, die ich im Internet gefunden habe, sieht man eine Burg, deren Mauern einen Berg hinaufführen. Bei uns gibt es an der Stelle eine Standseilbahn.“

Aber es finden sich halt immer noch Menschen, die Königreiche sehr anziehend finden, auch wenn sie noch so fantastisch sind. Echte Prinzessinnen und Prinzen dagegen streben heutzutage lieber eine Karriere in der Privatwirtschaft an, fahren dafür aber wenigstens nach Kanada und nicht ins Salzkammergut. Apropos: Hat eigentlich schon jemand den Verdacht geäußert, dass Disney eine konsumistische Tarnorganisation ist? (Wir fragen für das Dokumentationsarchiv der Kickl’schen Ordnungsrufe).

Wir wünschen Ihnen einen märchenhaften Montag – mögen Ihre Träume wahr werden (nur halt nicht in Hallstatt). Let it go!