Nach rot-blauem Tabubruch: Kanzler Faymann unter Beschuss

Nach rot-blauem Tabubruch: Kanzler Faymann unter Beschuss

Nach den Wahlniederlagen und dem rot-blauen Sündenfall im Burgenland steht Werner Faymann unter doppeltem Beschuss: In der SPÖ wird mit einem Umsturz spekuliert – und in der ÖVP mit Schwarz-Blau. Wie lange kann der Kanzler sich noch halten?

"Speed kills“ lautete einst das Motto der schwarz-blauen Koalition. Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl dürfte sich daran ein Beispiel genommen haben: Am Mittwochabend vergangener Woche hatte er Regierungsverhandlungen mit der FPÖ begonnen; am Freitagnachmittag war Rot-Blau im Burgenland fixiert – und ein zentraler Grundsatz der SPÖ nonchalant entsorgt.

Werner Faymanns Tage als Kanzler sind gezählt.

Dämme in SPÖ gebrochen

Gleich zwei Mal, 2004 und 2014, hatte die SPÖ den moralischen Kitt, der sie zusammenhält – die Abgrenzung gegenüber der FPÖ – in Parteitagsbeschlüsse gegossen. Wörtlich lautet die Festlegung vom 29. November 2014: „Die SPÖ spricht sich klar gegen eine Koalition mit der FPÖ auf allen politischen Ebenen aus.“ Sechs Monate später sind die Dämme gebrochen: Nach dem Burgenland wird nun auch in der Steiermark mit einer rot-blauen Koalition geliebäugelt.

Der Tabubruch hat das Potenzial, die SPÖ zu spalten ...

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