Die geschwärzten Akten beim Hypo-Untersuchungsausschusses beschäftigen den VfGh - im doppelten Sinne.

© APA/HELMUT FOHRINGER

Österreich
09/16/2020

profil-Morgenpost: Bleiben Sie so indiskret

Guten Morgen!

von Jakob Winter

Heute möchte ich Ihnen einige unserer wichtigsten Mitarbeiter vorstellen. Sie scheinen in keinem Impressum, in keiner Autorenzeile, ja nicht einmal auf unserer Website auf. Dabei wäre profil ohne diese Menschen ziemlich langweilig. Wer sind sie?

Um diese Frage zu beantworten, muss ich ganz kurz ausholen: Vielleicht haben Sie ja bereits die aktuelle Jubiläumsausgabe zum 50-jährigen profil-Geburtstag durchgeblättert (wenn nicht: bis Freitag ist sie noch zu haben) und vielleicht ist Ihnen dabei der Artikel von Christina Hiptmayr untergekommen: die Kollegin schreibt darin über den Verdacht von Bestechlichkeit, Vorteilsnahme, Untreue und Betrug bei Österreichs größtem Anbieter für Seniorenbetreuung – einer Einrichtung der Stadt Wien. Nun soll der zuständige Stadtrat eilig an einem Austausch des Vorstandes arbeiten. Woher die Kollegin das alles weiß? Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung.

Aber wie ich sie kenne, hat sie eine gute Quelle. Jemanden, der mit den Vorgängen vertraut ist, der Insiderwissen hat – Sie wissen schon: einen Informanten.

Bewusste Indiskretionen von Hinweisgebern sind der Stoff aus dem wir gute Stories stricken: unsere Enthüllungen zur Causa Casinos, zur Skandalbank in Mattersburg oder zur Ibiza-Affäre waren nur möglich, weil wir Menschen überzeugen konnten, ihr Insiderwissen mit uns teilen.

Manchmal kommen wir auf die Informanten zu, manchmal sie auf uns. Wir treffen sie in Parkhäusern, auf Tankstellen, in Cafés oder lernen sie nur per E-Mail kennen. Ihre Motive reichen von Rachegelüsten bis zu Courage. Viele von ihnen riskieren alles. Fliegen sie auf, könnten sie ihren Job verlieren oder – schlimmer – sich persönlicher Gefahr aussetzen.

Deshalb schützen wir diese Menschen, sichern ihnen Anonymität zu, und verraten nicht einmal unseren Kollegen, woher wir die Dokumente haben – so können wir Missstände aufdecken, ohne die Hinweisgeber zu gefährden.

Bleiben Sie so indiskret, liebe profil-Informanten. Wir halten weiter dicht – versprochen!

Jakob Winter

 

PS: Gibt es etwas, das wir an der „Morgenpost“ verbessern können? Das Sie ärgert? Erfreut? Wenn ja, lassen Sie es uns unter der Adresse [email protected] wissen.

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