Sprechende Hände und Wiener Aktionismus: Klaus Albrecht Schröder vor Arbeiten von Günter Brus

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Österreich
08/14/2020

profil-Morgenpost: Linzer Titanen

Hochgeschätzte Leserin, lieber Leser!

von Christian Rainer

Von einem Sommerloch zu sprechen, während die Welt mit einer Loch-auf-Loch-zu-Strategie versucht, das Coronavirus einzulochen, ist gewagt. Dennoch haben Eva Linsinger und ich im wöchentlichen Innenpolitik-Podcast genau das getan, mussten uns angesichts einer Überfülle von Themen dann aber dennoch nach einer knappen Viertelstunde einbremsen. Gescheitert wären wir in dieser Woche übrigens nicht an mangelndem Inhalt, sondern an der Technik: nicht am Einpegeln der beiden Mikrofone, nicht am Einlegen der Speicherkarte, vielmehr an der Unauffindbarkeit des durchaus prominent platzierten und sehr analogen "On"-Schalters des Aufnahmegerätes. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das gemahnt mich an die stete Klage unseres Auto-Kolumnisten David Staretz in seiner zweiwöchentlichen Kolumne "Autodrom" (ein sehr analoger Titel), der in praktisch jedem Text, also bei fast jedem Fahrzeug, die Absenz von physischen Drehreglern zugunsten von Touchbildschirmen geißelt. So auch in der kommenden Printausgabe, die ich beim Verfassen dieser Morgenpost bereits zu guten Teilen redigiert habe (wo er den Hersteller dennoch dafür lobt, dass sich am Bildschirm zumindest Abbildungen von Drehreglern finden). Wobei "redigieren" in Zusammenhang mit David Staretz eine beleidigender Ausdruck ist: Staretz ist ohne jeden Zweifel der beste Schreiber der deutschsprachigen Autozunft (was zu beurteilen ich mir als inzwischen ökogetriebener ehemaliger Autonarr anmaße).

Welche Geschichte würden Sie sich in dieser Sommerloch-Woche wünschen, ganz allgemein und speziell von profil? Für mich wäre es ein Aufeinandertreffen von Klaus Albrecht Schröder und Bogdan Roščić. Der Albertina-Direktor hatte in einem "Kurier"-Interview die Schließung aller Bühnen angeregt, bis ein Corona-Impfstoff gefunden ist: "Wir werden die Zeit auch ohne das Lebensmittel Theater überleben."  Der frisch geschlüpfte Staatsoperndirektor antwortete seinem Gegenüber mit einem brutal eleganten Kommentar. Unter anderem so: "Die Wortmeldungen von Klaus Albrecht Schröder bringen Hybris, Ahnungslosigkeit und Perfidie in eine Dreieckskomposition, wie sie andere Tieflader auf der Deponie des Corona-Meinungsmülls einfach nicht zu bieten haben."  Ich erspare mir hier Partei zu ergreifen, da die richtige Ecke in diesem Kampf der Titanen unschwer zu erkennen ist. Ich bedauere jedenfalls, dass ein physisches Aufeinandertreffen im und für profil wohl nicht zustande kommen wird. Ich schließe mit der belanglosen Anmerkung, dass sowohl Schröder wie auch Roščić in Linz sozialisiert wurden. Sowie mit dem dummen und gar nicht erhellenden Satz: "In Linz beginnt´s." Noch dümmer: "Ein Linzergericht". Und schließlich völlig sinnentleert: "Linzer Torte".

Herzlichst, Ihr

Christian Rainer

Herausgeber und Chefredakteur

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