Globalisierungswelle: Die wichtigsten internationalen Freihandelsabkommen

TTIP - Globalisierungswelle: Die wichtigsten internationalen Freihandelsabkommen

Die wichtigsten internationalen Freihandelsabkommen im Überblick.

Von Jakob Winter

Mercosur (Gemeinsamer Markt des Südens)
Mitgliedstaaten: Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay, Venezuela
Der Binnenmarkt Mercosur besteht seit 1991, wobei Venezuela erst 2012 beitrat und weitere Staaten wie Bolivien und Ecuador ihr Interesse an einer Mitgliedschaft bekundet haben. Seit mehr als einem Jahrzehnt verhandelt die südamerikanische Wirtschaftszone zudem mit der EU über ein Assoziationsabkommen – bisher allerdings ergebnislos.

NAFTA (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen)
Mitgliedstaaten: USA, Kanada, Mexiko
Die Freihandelszone besteht bereits seit 1994. Bis heute hat sich der Handel zwischen den drei Staaten auf über 730 Milliarden Euro verdreifacht. Allerdings schätzt das Economic Policy Institute, ein Thinktank aus Washington, dass durch NAFTA rund 700.000 Arbeitsplätze in den USA verloren gingen. Auch für kleinere Landwirtschaftsbetriebe in Mexiko habe es negative Auswirkungen gegeben.

FTAA (Amerikanische Freihandelszone)
Mitgliedstaaten: keine
Seit Beginn der 1990er-Jahre gibt es von Seiten der USA die Bestrebung, eine Freihandelszone zu errichten, die alle Staaten in Nord-, Süd- und Mittelamerika sowie in der Karibik umfassen soll – mit Ausnahme von Kuba. Mehrere südamerikanische Staaten befürchten, von der dominanten US-Wirtschaft überrollt zu werden. Die Verhandlungen zur amerikanischen Freihandelszone sind daher bislang gescheitert. Als Etappenerfolg konnten die USA die 2005 erfolgte Unterzeichnung des Abkommens DR-CAFTA verbuchen – mit Costa Rica, der Dominikanischen Republik, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua.

ALBA (Bolivarianische Allianz für Amerika)
Mitgliedstaaten: Antigua und Barbuda, Bolivien, Dominica, Ecuador, Kuba, Nicaragua, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Venezuela
ALBA ist keine Freihandelszone im eigentlichen Sinn, sondern ein wirtschaftliches und politisches Bündnis. Die Allianz geht auf die Initiative des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez zurück. Ziel seit der Gründung im Jahr 2004 ist eine stärkere Unabhängigkeit von den USA und der EU. Zwischen den Staaten kommt es dabei auch zum direkten Tauschhandel von Waren oder Dienstleistungen – ohne Geldflüsse.

TPP (Transpazifische strategische wirtschaftliche Partnerschaft)
Mitgliedstaaten: Brunei, Chile, Neuseeland, Singapur
Das TPP-Abkommen ist seit 2006 in Kraft. Derzeit gibt es Verhandlungen mit einer Reihe weiterer Staaten, unter anderem Australien, Japan und den USA.