Franz Vranitzky: "FPÖ-Diskussion war ein Fehler"

Alt-Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ)

Alt-Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ)

Altkanzler Franz Vranitzky ortet „problematische Charaktere“ im Umfeld von Christian Kern – glaubt, dass „mehr drinnen gewesen“ wäre.

Altkanzler Franz Vranitzky (SPÖ) hält den Wahlkampf seiner Partei für nicht ganz gelungen. „Da wäre mehr drinnen gewesen“, sagt Vranitzky im Interview in der aktuellen profil-Ausgabe . „Kern war in den letzten 14 Tagen großartig, aber da war es schon zu spät.“ Außerdem seien im Umfeld des Kanzlers „leider sehr problematische Charaktere aufgetaucht“, findet Vranitzky. „Die SPÖ wird gut daran tun, sich ihre Mitarbeiter künftig besser auszusuchen.“

"FPÖ-Diskussion war ein weiterer Fehler"

Der Altkanzler hält es für falsch, dass die SPÖ nicht schon im Jänner Neuwahlen ausgerufen habe. „Mit der Weisheit des Rückblicks muss man sagen: Ja, man hätte damals neu wählen müssen.“ Kritisch sieht er auch die Debatte über eine Öffnung zur FPÖ: „Diese FPÖ-Diskussion war ein weiterer Fehler. Es geht in einem Wahlkampf darum, die eigene Partei so stark wie möglich zu machen und nicht Koalitionsspekulationen anzustellen.“

Schockiert habe ihn die Anti-Kern-Kampagne in den Boulevardmedien, so Vranitzky im profil. „So etwas ist mir in meinem inzwischen langen Leben noch nie untergekommen.“