"Wochenblick" holt sich "Identitären" als Redakteur

PROPAGANDA IM NETZ: Große Redaktionen braucht man dafür nicht. Um journalistische Qualität geht es ja nicht in erster Linie.

PROPAGANDA IM NETZ: Große Redaktionen braucht man dafür nicht. Um journalistische Qualität geht es ja nicht in erster Linie.

Umstrittenes Blatt holt rechtsextreme Personal-Verstärkung. Jetzt werden Rufe nach einem "Inserate-Stopp" laut.

An der politischen Schlagseite der oberösterreichischen Zeitung „Wochenblick“ dürfte sich so bald nichts ändern – trotz mehrmaliger Verurteilungen durch den Presserat, der dem Blatt vorwarf, es habe seine Leser in Artikeln zur Flüchtlingskrise „auf geradezu systematische Art und Weise getäuscht“. Die jüngsten redaktionellen Umbildungen legen nahe, dass es in Fragen der Blattlinie zu keinem Umdenken kommen wird. Der Zeitschrift – sie wird von einem früheren FPÖ-Gemeinderat geleitet – kamen in den vergangenen Monaten mehrere Redaktionsmitglieder abhanden.

Rechtsextreme Verstärkung

Ex-Kolumnistin Nicole Di Bernado etwa ist inzwischen zur stellvertretenden Obfrau der FPÖ Klagenfurt aufgestiegen. Um den personellen Aderlass zu kompensieren, holte sich der „Wochenblick“ Verstärkung von einem Kader der rechtsextremen Identitären Bewegung: Julian Utz, langjähriges Mitglied der radikalen Jugendgruppe, fungiert seit Kurzem als Redakteur, wie der Website der Zeitung zu entnehmen ist. Die redaktionellen Entscheidungen haben auch eine politische Dimension: Seit Regierungsantritt bedachten die FPÖ-Minister ­ Norbert Hofer und Herbert Kickl den „Wochenblick“ mit rund 36.000 Euro Inseratengeldern.

Sabine Schatz, SPÖ-Sprecherin für Gedenkkultur, fordert nun, in Reaktion auf die profil-Berichterstattung, einen Inserate-Stopp beim "Wochenblick": "Dass nun eine Kaderfigur der rechtsextremen ‚Identitären’ in der Redaktion des Magazins sitzt, bringt das Fass zum Überlaufen", so Schatz in einer Aussendung.

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