#brodnig: Augen auf, Ohren auf!
Gesellschaft

#brodnig: Augen auf, Ohren auf!

Lieber ORF, könntest du bitte einen Internet-"Helmi“ filmen?

Okay, ich gebe zu, es ist vielleicht nicht die coolste Sendung aller Zeiten - aber trotzdem war ich als Kind ein großer Fan von Helmi, jenem weißen Außerirdischen mit rot-weiß-rotem Helm, der vernünftige Tipps für den Straßenverkehr liefert. Bis heute läuft die Sendung auf ORF1 (samstags und sonntags um 7:35 Uhr), und das Titellied lautet noch immer: "Augen auf, Ohren auf, Helmi ist da!“


Helmi könnte diesmal ein sprechendes Smartphone oder ein engagierter Roboter sein.

Helmi, dieser Streber, hat mittlerweile Generationen von österreichischen Kids über Unfallgefahren auf der Straße aufgeklärt. Was es nun bräuchte, wäre ein Helmi für das Internetzeitalter: Eine unterhaltsame, eingängige Sendung, die Ratschläge für einen sicheren Umgang im Netz liefert. Dass es genügend Material für eine solche Serie gibt, können wir online jede Woche beobachten: Nach dem Anschlag in Manchester kursierten etliche Fälschungen und angsteinflößende Gerüchte. Es hieß, nahe eines Krankenhauses sei ein weiterer Terrorist gesichtet worden - was nicht stimmte. Auf Twitter wurden Fotos von angeblich Vermissten verbreitet, die gar nicht vermisst waren. Betrüger versuchten, mit erfundenen Geschichten Aufmerksamkeit zu erhaschen oder gar Panik zu schüren. In solchen Ausnahmesituationen wird deutlich, wie wichtig es ist, auch im Netz die Augen und Ohren offen zu halten - ein Fall also für "Internet-Helmi“.

Es gibt simple Tricks, um sich online vor Irreführung und anderen Gefahren zu schützen: Netz-Helmi könnte erklären, wie man das eigene Profil vor fremden Blicken abriegelt oder wie man Falschmeldungen leicht erkennen kann. Womöglich wäre solch eine Sendung nicht nur für Kinder interessant. Ich jedenfalls finde, digitale Aufklärung wäre eine Aufgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk - am besten wieder mit Maskottchen: Helmi könnte diesmal ein sprechendes Smartphone oder ein engagierter Roboter sein. Wir brauchen so einen neunmalklugen Streber auch für das Digitalzeitalter!

Kommentar verfassen