Betrügerische Inhalte
Gesellschaft

Betrügerische Inhalte

Wer ist da wirklich der Absender? Sieben Arten von Fehl- und Desinformation, Teil 5.

Ein simpler Trick für Fälscher: eine seriöse Quelle oder bekannte Einrichtung imitieren und damit Aufregung erzeugen. Das ist Typ fünf der insgesamt sieben Kategorien von missverständlichen bis manipulativen Inhalten, vor denen die Organisation First Draft News warnt. Im englischsprachigen Raum werden öfter etablierte Medien imitiert, ihr Logo und Design von unseriösen Akteuren abgeschaut und so dann Falschmeldungen verbreitet. Zum Beispiel gibt es die Website ABCnews.com.co, die den bekannten Kanal "ABC News" nachahmt und mit unseriösen Geschichten Klicks generiert. So behauptete die Site etwa, dass es bezahlte Demonstranten gegen Donald Trump im US-Wahlkampf gegeben hätte. Die Fake-News-Meldung trug die Überschrift: "Donald-Trump-Demonstrant erzählt: ‚Mir wurden 3500 Dollar gezahlt, um bei Trump-Wahlveranstaltung zu protestieren.‘"


Wut lässt sich gegen Parteien und Einrichtungen schüren, indem man sich als sie ausgibt und Unsägliches sagt.

In Österreich hingegen tauchten im politischen Kontext eher Fälschungen auf, bei denen bekannte Einrichtungen imitiert wurden: Zum Beispiel kursierte auf Facebook ein gefälschter Lottoschein, auf dem klein gedruckt zu lesen war: "20 Prozent Gewinnbeteiligung für Flüchtlinge." Eine Bildmanipulation – natürlich erhalten Asylwerber keine Beteiligung am Lottogewinn.

Auch Parteien werden mitunter böswillig nachgeahmt: Im Präsidentschaftswahlkampf haben Unbekannte im öffentlichen Raum in Wien Aufkleber angebracht, die wie Wahlwerbung der FPÖ aussehen sollten. Auf den Zetteln stand etwa: "Araberschuft, halt dich fern! An dieser Universität werden nur A(ust)RIER geduldet!" Neben dem Satz waren das Parteilogo und das Foto von Kandidat Norbert Hofer zu sehen. Bürger fielen offline auf die Fälschung herein und verbreiteten das dann auch empört im Netz. Die FPÖ zeigte diese Täuschung an – man sieht hier, dass manche unfairen Tricksereien außerhalb des Webs starten und dann online diskutiert werden.

Kommentar verfassen