#brodnig: "Paket über Zaun geworfen"
Gesellschaft

#brodnig: "Paket über Zaun geworfen"

Wer online bestellt, braucht eine detektivische Ader.

Interneteinkäufe sind ja bequem – es gibt da nur ein großes Problem: Manchmal kommt das Paket nicht oder nur über Irrwege an. Ich habe auf Twitter nach Erfahrungen mit der Zustellung gefragt, hier ein paar Anekdoten:

"Großes Paket geliefert. Vor die Tür gestellt. Fußmatte daraufgelegt."

"Hab eine CD via Amazon bestellt. Das Paket kam mit einem gut erkennbaren Reifenabdruck quer drüber an, die CD ist rausgebröselt."

"Von zehn Paketen sieben nicht bekommen, fünf nicht zustellbar, zwei überhaupt verschwunden."

"Gegen Verlust versichert gekaufte Eintrittskarten wurden im Stiegenhaus auf die unterste Stiege 'gelegt'. Obwohl ich zu Hause war."


Paket über Zaun in Garten geworfen. Allerdings nicht in meinen.

"Paket über Zaun in Garten geworfen. Allerdings nicht in meinen. Nicht in jenen des Nachbarn. Sondern zwei Straßen weiter. Ein Monat Paketsuche."

"Paket außen vor der Haustür abgestellt, in Fußgängerzone, trotz Zahnarztpraxis im Haus."

Die Liste ginge noch lange weiter – solche Erfahrungen lassen aber einige Rückschlüsse zu.

  • 1: Digital lebende Menschen ersparen sich zwar den Ausflug ins Geschäft, sie müssen aber mitunter ein detektivisches Gespür entwickeln, um zu ihrer Sendung zu kommen.
  • 2: Überraschend viele Lieferanten legen auch große Pakete unter die Türmatte – so als würde der Karton unsichtbar werden, wenn ein bisschen Stoff darüberliegt.
  • 3: Es gibt ebenfalls die Sorte Zusteller, die zu Weitwürfen neigt. Nicht nur über Gartenzäune werden Pakete geworfen, beeindruckend ist ein Fall aus Deutschland: Da wurde das Paket auf den Balkon geschmissen (immerhin auf den richtigen Balkon, Respekt!).

Die wohl wichtigste Erkenntnis ist aber, dass diese ärgerlichen Erlebnisse auch eine Folge der miserablen Arbeitsbedingungen in diesem Job sind: Wer wenig pro Lieferung verdient, wird eher zum Hudeln geneigt sein.

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  • Sabine Brezina
    Sabine Brezina Do, 03. Aug. 2017 14:00

    Während des letzten Jahres war ich aus beruflichen Gründen fast jeden Tag daheim. In dieser Zeit hatte ich unzählige Zustellversuche die aufgrund meiner "Abwesenheit" nicht durchgeführt werden konnten.
    Benachrichtigungen zur Abholung von Paketen an Orten die öffentlich in 50 min zu erreichen wären. Zusteller die sich bei der Gegensprechanlage mit HALLO JA AUFMACHEN und sonst nix melden.

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  • Gabriele Seiwerth
    Gabriele Seiwerth Mi, 02. Aug. 2017 15:32

    mir wurde ein Doppelbett ans Haustor gelehnt - bei versperrtem Gartenzaun ( 2,5 m hoch!) . Bett war entsprechend zerstört und Montageteile verlorengegangen. Lieferfirma wollte, dass ich das Bett selbst zur Post schleppe und aufgebe!
    Habe mit Rechtschutzversicherung gedroht, dann wurde es abgeholt - in Kulanz!!

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  • Werner Schrittesser (Publizistikstudent) Mi, 02. Aug. 2017 11:27

    Am besten klappts bei mir mit der österr. Post. Aber auch sonst so manches erlebt. Sollte da nicht eine EU-Regelung kommen, wo man sich das Lieferunternehmen aussuchen kann?

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