Ingrid Brodnig

Ingrid Brodnig

Gesellschaft

#brodnig: Computer, mach mal!

25 Prozent der Europäer meinen, eine künstliche Intelligenz solle den Staat lenken.

Spanische Forscher wollten wissen, wie Menschen über künstliche Intelligenz und Automatisierung denken – also über Maschinen, die kognitive Aufgaben verrichten, die jenen der menschlichen Intelligenz ähneln; oder die Tätigkeiten ausführen, die früher Menschen erledigten. Dafür haben die Forscher vom Center for the Governance of Change mehr als 2500 Franzosen, Deutsche, Iren, Italiener, Spanier, Holländer und Briten befragt. Der Großteil der Bürger zeigte sich besorgt – etwa darüber, dass Roboter in Zukunft die meisten Jobs übernehmen. Doch neben derartigen Ängsten kam auch folgendes Detail zutage: Ein Teil der Bürger glaubt anscheinend, dass Maschinen bessere politische Entscheidungen treffen könnten. Jeder Vierte gab an, dass er eher oder ganz dafür ist, dass eine künstliche Intelligenz die wichtigen Entscheidungen für das eigene Land trifft. Ein Teil der Bevölkerung findet es also nicht abwegig, wenn eine Maschine den Staat lenkt. Nur was ist dran an dieser Idee – sollte lieber ein Computer entscheiden?


Man sollte die derzeitige Intelligenz von Maschinen nicht überschätzen.

Ich bin aus zwei Gründen skeptisch: Erstens sehen wir schon jetzt, dass Entscheidungen, die Software trifft, nicht automatisch fair sein müssen. Im US-Justizsystem werden Computerprogramme in Gerichtsverfahren eingesetzt, die vorhersagen sollen, ob jemand in Zukunft wieder eine Straftat begeht. Afroamerikaner verdächtigt die Software doppelt so oft zu Unrecht. Auch ein Algorithmus kann falsche oder unbehagliche Schlüsse ziehen.

Mein zweiter Einwand ist, dass man die derzeitige Intelligenz von Maschinen nicht überschätzen sollte. Es gibt noch keine sogenannte „starke künstliche Intelligenz“, die die gleichen oder gar stärkere Fähigkeiten als der Mensch aufweist. Gewiss existiert Software, die besser als Menschen Schach spielt. Doch selbst solche cleveren Programme wurden für einen konkreten Zweck trainiert: Sie können den Zweck (etwa Bilderkennung oder Schachspielen) gut ausführen, aber sie haben kein umfassendes Verständnis der Welt. Ein Computer, der uns ebenbürtig oder gar überlegen ist, scheint technisch in weiter Ferne. So schnell können wir Menschen die Verantwortung also doch nicht abgeben.

Wie denken Sie darüber? Schreiben Sie mir unter ingrid.brodnig@profil.at
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  • Friedrich Fuhs Do., 04. Apr.. 2019 18:48

    Sicher ist es, so wie bei'm Schachkomputer, eine Frage des Programms. Eine der Fragen lautet: wie gut können Politiker programmieren, oder sind Programmierer die besseren Politiker? Ich sehe wenig Unterschied, denn beide wollen uns Wählern ihr System aufzwingen, so wie es politische Parteinen machen.
    Die jetzige Demokratie mit Parteiapparaten ist schon längst zu einer Oligarchie mutiert.

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  • Do., 04. Apr.. 2019 08:28

    angesichts der minus-intelligenz und anti-moralischen desintegrität (um pc-neusprech zu benutzen:)) unsrer polit-kaste und deren patentierten mainstream-media-gehirnwäschereien scheinen die 25% KI-freunde nicht so unrecht zu haben :))
    ...
    eh ich es vergess: das programm, dass schwarze 'zu unrecht doppelt so oft (wie weisse?) verdächtigt, ist rassistioch?

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    • Do., 04. Apr.. 2019 08:31

      ... wir glauben doch eher, es zieht seine prognose aus einer (menschlichen richertn/kriminalisten) in umfang und fülle gar nicht präsenten echten daten vergangener verbrechen und verurteiungen. und hier sind - gerade bei gewaltverbrechen - schwarze und hispanics in den USA weit über den (abstrakten) landesdurchschnitt und noch viel weiter - viel mehr als nur doppelt - täter.

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    • Do., 04. Apr.. 2019 08:35

      das heisst, diese KI wurde schon von politisch korrekten anti-rassisten programmiert und kalibriert ??? - und weist dennoch teuflischerweise immer noch nicht die politisch korrekten ergebnisse auf :))
      KI hat einen grossen vorteil: sie nimmt fakten ernst, statt sie zu leugnen.
      'learn to code!', miss brodnig. it's fun.

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