Empathie ohne Beschränkungen
Gesellschaft

"Empathie sollte keine Beschränkungen haben"

Emma Watson erhielt als Erste geschlechtsneutralen MTV Award.

"Beim Schauspielen geht es um die Fähigkeit, sich in eine andere Person hineinzuversetzen. Das muss nicht in zwei Sparten unterteilt werden", mit diesen Worten nahm Emma Watson (bekannt geworden als Hermine in "Harry Potter") den ersten geschlechterneutralen Filmpreis für ihre Rolle als Belle im Remake von "Die Schöne und das Biest" entgegen.

Während bei den meisten renommierten Filmpreisen immer noch zwischen dem besten Schauspieler und der besten Schauspielerin unterschieden wird, kündigten die "MTV Movie Awards" bereits vor einem Monat an, nurmehr eine Trophäe an beide Geschlechter zu verleihen: "Wir müssen uns ständig darum bemühen, nicht nur auf die Kultur zu reagieren, sondern sie anzuführen", begründete MTVs Präsident Chris McCarthy den Schritt. Feminismus ist längst in der Popkultur angekommen und mit Emma Watson (Bild), die auch UN-Sonderbotschafterin für Frauenrechte ist, erhielt eine der Galleonsfiguren der jungen feministischen Bewegung als Erste den Preis. "Empathie und die Fähigkeit seine Vorstellungskraft zu nutzen, sollten keine Beschränkungen haben", betonte sie in ihrer Dankesrede.

Überreicht wurde Watson der Preis von Asia Kate Dillon (TV-Show "Billions"). Dillon definiert sich selbst als Transgender, will sich also weder auf eine Rolle als Mann oder Frau festlegen lassen. Dillon trat erst vor Kurzem eine Diskussion über die Praxis der geschlechtergetrennten Kategorien bei Film- und Fernsehpreisen los, als sie die Television Academy fragte, in welcher Kategorie sie für die "Emmy Awards" kandidieren solle. Die Television Academy reagierte prompt und stellte klar, dass jeder Kandidat und jede Kandidatin in jeder Kategorie einreichen könne. Dillon entschloss sich schließlich, als bester Nebendarsteller anzutreten.

Auch mit der neuen Kategorie "Kampf gegen das System" wurde bei den MTV Awards eine mutigere Richtung eingeschlagen. Der Siegerfilm "Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen" erzählt von der Pionierarbeit schwarzer Wissenschafterinnen bei der NASA.

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