FCC-Chef Ajit Pai

FCC-Chef Ajit Pai

Gesellschaft

Zwei-Klassen-Netz

Die Netzneutralität in den USA soll fallen. Ist das das Ende des Internets, wie wir es kennen?

Jetzt ist es wirklich passiert: Die amerikanische Regulierungsbehörde FCC hat neue Regeln für das Internet in den USA vorgeschlagen. Demnach soll den Telekomunternehmen künftig erlaubt sein, bestimmen zu können, ob sie einzelne Webdienste langsamer oder schneller weiterleiten. So besteht die Gefahr, dass ein Zwei-Klassen-Internet kommt: Wenn große Konzerne wie Google oder Facebook den Telekomunternehmen Geld zahlen, werden womöglich ihre Dienste im schnellen Tempo für Internetuser abrufbar. Kleinere Unternehmen hingegen, die kein Geld für einen schnellen Zugang zahlen, können vergleichsweise herabgebremst - und somit am Markt behindert - werden.

Bisher waren solche Geschäftsmodelle in den USA verboten - bekannt ist dieses Prinzip als "Netzneutralität". Die Grundregel im Netz lautete, dass alle Daten und Dienste möglichst rasch an den Nutzer weitergeleitet werden sollen und keine Bevorzugung einzelner Unternehmen existieren soll. Dass ausgerechnet die USA das Internet, wie wir es kennen, abschaffen könnten, ist eine Folge der Wahl von Präsident Donald Trump. Er setzte den Republikaner Ajit Pai (Bild) als neuen Chef der FCC ein, einen entschiedenen Gegner der Netzneutralität. Er sagt, er will das "Micromanaging des Internets" beenden. Am 14. Dezember wird die Regulierungsbehörde über seine Vorschläge abstimmen. 20 Millionen öffentliche Stellungnahmen aus der Bevölkerung erhielt die US-Behörde FCC bereits, viele Bürger sprechen sich für das Beibehalten der Netzneutralität aus - ob sich die Behörde von diesen Stimmen beeindrucken lässt, wird sich Mitte Dezember zeigen.

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