Ingrid Brodnig

Ingrid Brodnig

Gesellschaft

#brodnig: Kulleraugen- Alarm

Getestet: Erneut bringt Nintendo zwei Pokémon-Spiele heraus – und zeigt seine wahre Stärke als Videospiel-Hersteller.

Ich halte Nintendo für ein faszinierendes Unternehmen: Seit den 1970er-Jahren verkauft es Videospiele und hat es immer wieder geschafft, sich neu zu erfinden, neuartige Konsolen herauszubringen und seine Spielfiguren – etwa Super Mario – am Leben zu halten. Es gibt viele Familien, in denen die Eltern mit „Super Mario“-Spielen aufwuchsen und deren Kinder jetzt das Gleiche tun. Beständigkeit ist etwas, das Nintendo auszeichnet.

Nintendo hat das schon gut gemacht

Das lässt sich im aktuellen Weihnachtsgeschäft beobachten: Da erweitert Nintendo die Pokémon-Franchise. Für die Konsole Switch verkauft es „Pokémon: Let’s Go Pikachu!“ und „Pokémon: Let’s Go Evoli!“. In beiden Spielen schlüpft man in die Welt der „pocket monsters“, niedliche Fabelwesen, die man sammelt. In der einen Version steht einem der berühmte gelbe Pikachu zur Seite, in der anderen Evoli, das an einen herzigen Hund erinnert.

Ich habe das Spiel getestet: Nintendo hat das schon gut gemacht. Zu Beginn des Games fängt man sein eigenes Pikachu oder Evoli – und es strahlt einen mit Kulleraugen an. Die Japaner setzen eine Stärke der Fabelwesen in den Vordergrund: ihre Niedlichkeit. Natürlich gibt es rundherum eine nette Handlung (wer in den 1990er-Jahren am Game Boy Pokémons fing, wird Nostalgie spüren). Eingefleischte Gamer stört, dass die Herausforderungen simpler sind als in früheren Titeln. Das stimmt, aber offensichtlich will Nintendo möglichst breitentauglich sein und wenig Frustrationspotenzial bieten. Übrigens: Wer auch am Smartphone Pokémon Go spielt, kann sein Handy mit dem Spiel verbinden.

Das Gadget ist toll für Kinder

Das bringt uns zur zweiten großen Stärke Nintendos: Geld machen. Etwa 45 Euro kostet jedes der Spiele. Dazu kann man sich einen Pokéball kaufen – nochmals 45 Euro. Das Gadget ist toll für Kinder, weil es sich anfühlt, als würden sie wirklich einen Ball Richtung Pokémon werfen (der Ball lässt sich übrigens auch mit dem Handyspiel verbinden). Es ist leicht zu erraten, was heuer unter vielen Weihnachtsbäumen liegen wird – und dass der Nintendo-Konzern wohl ein gutes Jahr verbucht.

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