Mysteriöse Lichterscheinung (der Kristallpalast) - Nachinszenierung eines in einem Onlineforum gefundener 'Beweisfotos', Wien, 2015.

Mysteriöse Lichterscheinung (der Kristallpalast) - Nachinszenierung eines in einem Onlineforum gefundener 'Beweisfotos', Wien, 2015.

Kultur

Himmel der Einhörner

Autos auf Abstand halten per Feng Shui: Der Fotograf Klaus Pichler setzt sich mit der Ästhetik esoterischer Bildwelten auseinander.

Es soll tatsächlich Menschen geben, die den Krieg in Syrien mittels eines Rituals beenden wollen: Irgendwo in weiter Landschaft formieren sie einen Kreis, auf dass all das Leiden ein Ende haben möge. Spirituell, blödsinnig oder einfach nur zynisch? Der Antwort auf diese Frage enthält sich der Künstler Klaus Pichler, der das Geschehen für seine Fotografie nachgestellt hat, mit sich selbst in 17-facher Ausführung. Zwei Jahre lang befasste er sich mit den absurden Ideen esoterischen Gedankenguts. Seine Erkenntnisse übersetzte er in hochartifiziell wirkende Inszenierungen, in denen er ausschließlich selbst in Erscheinung tritt.

Orgon-Energie-Helm, dient angeblich zur Anziehung positiver Energie, die mittels Bergkristall-Fernsteuerung auf bestimmte Körperteile gelenkt werden kann.

Orgon-Energie-Helm, dient angeblich zur Anziehung positiver Energie, die mittels Bergkristall-Fernsteuerung auf bestimmte Körperteile gelenkt werden kann.

Dabei lehnt er sich an die Ästhetik esoterischer Bildwelten an, lässt gar Einhörner (angeblich "Lichtboten der universellen Liebe") als Wolkenformationen über den Himmel galoppieren. Zudem fotografiert er Objekte, die gegen die Fährnisse des Alltags wappnen sollen - darunter ein "Feng Shui Abstandhalter für Autos", den man auf die Heckscheibe montieren kann, oder ein "Penis-Vergrößerungs-Elixier", bestehend aus Kräutern und ätherischen Ölen. Man mag derlei zunächst belächeln. Dass offenbar ein Markt für solche Fantasieprodukte existiert, stimmt dann doch bedenklich.

(Klaus Pichler: "This will change your life forever", Anzenberger Gallery, Absberggasse 27, 1100 Wien, anzenbergergallery.com, bis 17.6.)

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