"Isle of Dogs": Toxischer Witz
Kultur

"Isle of Dogs": Toxischer Witz

profil-Premiere: Wes Andersons fantastischer Hundetrickfilm "Isle of Dogs" erreicht Österreichs Kinos.

Das irrwitzige Kino des texanischen Regisseurs Wes Anderson ("Rushmore", "The Royal Tenenbaums", "The Grand Budapest Hotel") ist mit Worten kaum hinreichend zu beschreiben: Seine Plots schlagen die schönsten Haken und die heftigsten Kapriolen, zu dicht ist das Trommelfeuer seiner visuellen und verbalen Pointen. Bei aller Komödienwirkung sind seine Arbeiten aber keineswegs frei von sozialen Kommentaren und tiefer Melancholie. "Isle of Dogs", Andersons neunte Produktion, zugleich der zweite Puppentrickfilm seiner Karriere (nach dem kongenialen "The Fantastic Mr. Fox"), feiert am Dienstag dieser Woche, mitveranstaltet von profil, in der UCI Kinowelt Millennium City seine Österreichpremiere.

"Isle of Dogs" ist eine der japanischen Comics-Kultur nachempfundene Dystopie: Megasaki heißt die von korrupten Politikern verwaltete Stadt, in der die vielen Straßenhunde, weil sie angeblich Seuchen übertragen, zu Staatsfeinden werden. Man schiebt die Tiere per Verordnung ab auf eine Giftmüllinsel, wo sie ihrem Schicksal überlassen werden. Natürlich werden die Köter schnell resistent und formieren sich zu kampfbereiten Rudeln. Die Stimmen eines All-Star-Ensembles, das von Bryan Cranston, der hier den wildesten aller hündischen Outlaws synchronisiert, bis Tilda Swinton und Yoko Ono reicht, von Greta Gerwig über Harvey Keitel bis zu Bill Murray, sind sehr behilflich dabei, die Figuren in "Isle of Dogs" charakterlich zu modellieren. Ein japanischer Bub wagt sich auf Trash Island, um sein geliebtes Haustier wiederzufinden; er schließt sich einer bizarren Hundeclique an, gemeinsam versucht man den Plan in die Tat umzusetzen. Das mag nach Kinderfilm klingen, aber "Isle of Dogs" ist definitiv auch Erwachsenen ans Herz zu legen. Wes Andersons ausschweifende Kinofantasie erschien nie unbeschränkter als hier.

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