vlnr.: Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Sebastian Kurz (ÖVP)

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Österreich

Die häufigsten Fragen zu Silbersteins Dirty Campaigning

Was wird der SPÖ vorgeworfen und wer steckt dahinter? Die häufigsten Fragen beantwortet.

Was wird der SPÖ vorgeworfen?

Enthüllungen von profil zeigen, dass unter der Leitung von Tal Silberstein, dem Wahlkampfberater der SPÖ, "Dirty Campaigning" gegen Sebastian Kurz betrieben wurde. Die Facebook-Seiten "Wir für Sebastian Kurz" und "Die Wahrheit über Sebastian Kurz" wurden genutzt, um fremdenfeindliche und antisemitische Inhalte im Zusammenhang mit dem ÖVP-Chef zu verbreiten. Bundeskanzler Christian Kern hat von dieser Negativkampagne laut eigenen Angaben nichts gewusst und versprach Aufklärung.

Wer steckt hinter dem Dirty Campaigning der SPÖ?

Während die Seite "Die Wahrheit über Sebastian Kurz" aufgrund ihrer xenophoben Inhalte zuvor eher dem rechten oder blauen Umfeld zugerechnet wurde, belegen profil und "Der Presse am Sonntag" vorliegende Informationen nun, dass die SPÖ und deren ehemaliger Berater Tal Silberstein hinter der Seite stecken. Die Seiten "Die Wahrheit über Sebastian Kurz" und "Wir für Sebastian Kurz" wurden von einem österreichisch-isrealischen Team unter der Leitung von Silberstein betreut. Laut Angaben der SPÖ soll zumindest ein Mitarbeiter der Partei davon gewusst haben. Eine parteiinterne Task-Force soll nun Aufklärung bringen.

Chronologie der Facebook-Affäre

Wer ist Tal Silberstein?

Tal Silberstein ist ein israelischer Politikberater, der für die Nationalratswahlen 2017 von der SPÖ engagiert wurde. Er wurde im August dieses Jahres von der israelischen Regierung festgenommen. Grund dafür sind Vorwürfen im Zusammenhang mit dem israelischen Milliardär Beny Steinmetz. Dieser soll sich in Guinea durch Bestechung Rechte an einer Eisenmine gesichert haben. In Rumänien wiederum stehen seit einiger Zeit Anschuldigungen zu Geldwäsche, Beihilfe zu Amtsmissbrauch und zu illegalen Grundstücksverkäufen im Raum. Die SPÖ beendete nach der Festnahme im August die Zusammenarbeit mit Silberstein.

Wer ist in der SPÖ zurückgetreten?

Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler erklärte am Samstag in einer Pressekonferenz seinen Rücktritt. Auslöser war die von profil aufgedeckte Negativkampagne. Niedermühlbichler betonte zwar, nichts von den falschen Facebook-Gruppen Silbersteins gewusst zu haben, dennoch sei einer seiner Mitarbeiter involviert gewesen und dafür übernehme er die Verantwortung.

Wie groß ist das Team Dirty Campaigning SPÖ?

Wie viele Menschen tatsächlich in die Negativkampagne involviert oder eingeweiht waren, lässt sich momentan nicht sicher sagen. Laut profil-Recherchen dürfte es sich aufseiten Silbersteins um ein kleines Team gehandelt haben. Wer bei der SPÖ von den Aktivitäten wusste oder sogar daran beteiligt war, ist momentan noch unklar. Profil vorliegende Dokumente der SPÖ, weisen aber auf eine enge Zusammenarbeit von Christian Kern und Tal Silberstein im Wahlkampf hin.

Sitzungsplan - Ende November 2016 hielt die angebliche Randfigur Silberstein Referate bei einem Strategie-Wochenende mit "Chancellor“ Kern.

Sitzungsplan - Ende November 2016 hielt die angebliche Randfigur Silberstein Referate bei einem Strategie-Wochenende mit "Chancellor“ Kern.

Bei der Auswahl der häufigsten Fragen unterstützte uns Google durch eine Auswertung der Suchdaten.

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  • rei regav (trumpelstilzchen) Di, 03. Okt. 2017 14:30

    werte herren parlamentsabgeordnete.
    greifen sie sich in den schritt. und wenn sie noch eier haben dann entfernen sie aus gründen der österreichischen psychohygiene diesen bundeskanzler mittels MISSTRAUENSVOTUM noch vor dem 15.oktober aus dem parlament....

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  • Gerhard Wagner (gwagnerx)
    Gerhard Wagner (gwagnerx) Di, 03. Okt. 2017 08:59

    Im Plan steht 'presidential election', das deutet auf eine andere als die Nationalratswahl hin?

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    • Günter Pollak (Morgenstern) Di, 03. Okt. 2017 11:04

      "implications of presidential election" heißt "Folgerungen aus der Präsidentschaftswahl".

      Oder etwas freier übersetzt: "Was haben wir aus der BP-Wahl gelernt?"

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