Fall Eurofighter: Ex-FPÖ-Mitarbeiter als EADS-Berater

Eurofighter

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Rüstungskonzern zahlte 878.500 Euro – unter anderem für „Stimmungsverbesserung“.

Wie profil in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, ist die PR-Beraterin Romana Schmidt am 5. Juli als Auskunftsperson in den parlamentarischen Eurofighter-Untersuchungsausschuss geladen. Schmidt war in den 1990er-Jahren im FPÖ-Parlamentsklubs angestellt, zwischen 2000 und 2001 arbeitete sie für zwei FPÖ-Ministerinnen, ehe sie sich selbstständig machte. Nach profil vorliegenden Dokumenten bekam sie nach ihrem Ausscheiden aus der Politik Ende 2002 vom EADS-Lobbyisten Alfred Plattner einen Beratungsauftrag. Zwischen 2003 und 2010 erhielt Schmidt von Plattner/EADS in Summe 878.500 Euro an Honoraren und Erfolgsprovisionen brutto, wovon sie mehr als die Hälfte – rund 450.000 Euro – an ihren damaligen Lebensgefährten und Geschäftspartner Josef Eltantawi weiterreichte – auch er hatte Jahre zuvor im FPÖ-Parlamentsklub gearbeitet.

"Stimmungsverbesserung"

Daneben erhielten drei weitere Personen Zuwendungen, darunter ein zwischen 2000 und 2001 an das Infrastrukturministerium verliehener Angestellter des damaligen Forschungsförderungsfonds und ein Mitarbeiter des Rings Freiheitlicher Wirtschaftstreibender. Laut den profil vorliegenden Honorarnoten sollen die Berater unter anderem für eine „Stimmungsverbesserung im Zuge des Ankaufes der Eurofighter“ gesorgt haben.

Kompensationsgeschäfte

Schmidt wollte sich dazu nicht äußern. Josef Eltantawi erklärte gegenüber profil, dass der Schwerpunkt seiner Arbeit auf den Kompensationsgeschäften lag: „EADS hatte ein Interesse daran zu verstehen, welche Bereiche hier infrage kämen.“ Er habe Ende 2002 „ein Team aus Fachleuten zusammengestellt, die rund um das Thema Kompensationsgeschäfte beraten sollten“. Das sei auch geschehen. „Ich habe für EADS Informationen und Material gesammelt und analysiert. Alle zwei bis drei Wochen habe ich berichtet. Ich hatte weder mit einem Politiker noch mit einem Beamten zu tun. Soweit es mich betrifft, gab es überhaupt kein Lobbying gegenüber Entscheidungsträgern.“