FMA-Anzeige gegen Meinl Bank wegen mutmaßlicher Geldwäscherei

FMA-Anzeige gegen Meinl Bank wegen mutmaßlicher Geldwäscherei

Konnex zu Odebrecht-Skandal – Meinl Bank selbst erstattete 2016 Geldwäscheverdachtsmeldung.

Wie profil in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) die Meinl Bank AG wegen mutmaßlicher Geldwäscherei in Zusammenhang mit dem Odebrecht-Korruptionsskandal angezeigt. Nach Recherchen von „profil“ und der ORF-ZIB2 richtet sich die kürzlich bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebrachte Sachverhaltsdarstellung gegen namentlich nicht genannte amtierende und ehemalige Manager der Meinl Bank AG und deren früherer Tochter Meinl Bank Antigua Limited (MBA). Die Meinl Bank hatte die MBA-Mehrheit 2011 verkauft, blieb aber bis 2015 beteiligt, bis Anfang 2016 fungierten dort zwei Österreicher als nicht-geschäftsführende („non-executive“) Direktoren, einer davon: der langjährige Wiener Meinl-Vorstand Peter Weinzierl.

Wie die Recherchen zeigen, hatten jedenfalls vier dem brasilianischen Odebrecht-Konzern zuzurechnende Briefkästen bis zuletzt Konten bei der Meinl Bank Antigua, die wiederum die Wiener Meinl Bank als Korrespondenzbank nutzte. Nach Erkenntnissen der FMA könnte ein Teil der fragwürdigen Odebrecht-Zahlungen von Antigua aus über Wien abgewickelt worden sein.

Wie sich weiters herausstellt, hatte die Meinl Bank AG von sich aus bereits im September vergangenen Jahres eine Geldwäscheverdachtsmeldung beim Bundeskriminalamt erstattet. Sie berief sich dabei auf „Medienberichte“, wonach die Meinl Bank Antigua „in Zahlungsströme rund um die Odebrecht-Gruppe involviert“ sei. „Es besteht nunmehr der Verdacht, dass auch über Konten von der Odebrecht-Gruppe nahestehenden Unternehmen bei der Meinl Bank Antigua Ltd. Zahlungen … geflossen sein könnten“, wie es in der Meldung hieß.

Die Meinl Bank erklärte bereits mehrfach, seit 2011 „keinen operativen Einfluss“ mehr auf die MBA zu haben. „Dass unser Institut nun in Zusammenhang mit den Ermittlungen in Sachen Odebrecht gebracht wird, ist so bedauerlich wie unangebracht. Unser Institut wird dies auch gegenüber den Behörden darlegen“, so Vorstandsdirektorin Samira Softic in einer Stellungnahme.