Wirbel in A1-Personalvertretung

In der Personalvertretung von A1 gehen die Wogen hoch

In der Personalvertretung von A1 gehen die Wogen hoch

Unabhängige Betriebsräte der Telekom Austria kritisieren „Privilegien“ und „Machtansprüche“ in der Führung der Personalvertretung.

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner neuen Ausgabe berichtet, eskaliert ein schon länger brodelnder Konflikt in der Personalvertretung (PV) der Telekom Austria (TA). Anlass sind Pläne des TA-Managements, alle freigestellten Personalvertreter (derzeit 44) individuell nach hypothetischen Karriereverläufen zu bezahlen. Bisher gab es für freigestellte Betriebsräte ein eigenes, großzügigeres Entlohnungsschema, das nach jüngster Judikatur wohl gegen das Arbeitsverfassungsgesetz verstößt.

„Für eine Gesetzesänderung“

In einem profil vorliegenden Mail vom 23. Oktober an alle 8000 Mitarbeiter kritisiert der Vorsitzende des Zentralausschusses der A1 Telekom Austria, Werner Luksch (Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter, FSG), die neue Regelung. Er halte „ein eigenes Gehaltsschema für Betriebsräte“ für „besser und notwendig“. Da dies „gesetzlich derzeit nicht erlaubt“ sei, plädiere er „für eine Gesetzesänderung“.

Kritik an Privilegien

Lukschs Mail führte zu einer scharfen Replik der Zentralausschussfraktion A1 United, die sich vor der PV-Wahl 2018 von der FSG abgespalten hatte. In einem profil vorliegenden Mail vom Donnerstag, 24. Oktober, kritisierte A1 United „das alte System von Privilegien und persönlichen Machtansprüchen an der Spitze der Personalvertretung“. Diese „Privilegien“ bestehen laut „A1 United“ durch „eigene, separate und großzügige PV-Büros“, „höhere Einstufungen aufgrund der Freistellung“ und „Dienstauto mit Privatnutzung für Personalvertreter statt Car-Sharing“. Man müsse „leider an der richtigen Einstellung und Redlichkeit von einzelnen Spitzenfunktionären zweifeln“. Werner Lukschs Forderung nach einem eigenen PV-Gehaltsschema stelle auch die „wichtigen Schutzmechanismen“ des Arbeitsverfassungsgesetzes für Betriebsräte „infrage“ und sei „brandgefährlich, da dadurch sowohl der Schlechterstellung aber auch der Beeinflussung von PersonalvertreterInnen durch exorbitant hohe Gehaltszahlungen Tür und Tor geöffnet werden“.