World Economic Forum: Ungleich reich

Leonardo DiCaprio bei der Eröffnung des World Economic Forums am Dienstag.

Leonardo DiCaprio bei der Eröffnung des World Economic Forums am Dienstag.

Beim World Economic Forum in Davos treffen sich alljährlich die Mächtigsten aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Dieses Jahr sorgte im Vorfeld eine Studie zur wachsenden Vermögensungleichheit für Empörung.

Einmal im Jahr wird der beschauliche 11.000-Einwohner-Ort Davos in der Schweiz zum Treffpunkt für Reiche, Berühmte und Mächtige. Beim World Economic Forum kommen alljährlich über 2.500 Teilnehmer zusammen, um sich in luxuriösem Rahmen über die drängendsten Probleme unserer Zeit auszutauschen.

Neben Oscar-Anwärter und Umweltaktivist Leonardo DiCaprio, Microsoft-Gründer und Philanthrop Bill Gates, werden auch dieses Jahr über 40 hochrangige Politiker anwesend sein.

Eines der Hauptthemen der Zusammenkunft wird die zunehmende Automatisierung der Arbeitswelt durch Roboter und Maschinen sein. Mehr als sieben Millionen Jobs könnten in den größten Wirtschaftsräumen in den kommenden fünf Jahren verloren gehen, so ein Bericht, der im Vorfeld vom World Economic Forum veröffentlicht wurde.

Auch eine Anfang der Woche von der Entwicklungsorganisation Oxfam vorgelegte Studie dürfte für angeregte Diskussion sorgen: Laut dem Bericht besitzen die reichsten 62 Personen des Planeten zusammen ebenso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Das Vermögen dieser 62 Personen ist in den letzten fünf Jahren um 44 Prozent gewachsen. Obwohl die Zahl der Menschen, die unter der extremen Armutsgrenze leben, zwischen 1990 und 2010 halbiert wurde, hätten ohne die wachsende Ungleichverteilung weit mehr Menschen der Armut entkommen können, so der Bericht.

Neben höheren Investitionen in öffentliche Leistungen und höheren Löhnen für jene, die am wenigsten verdienen, hält Oxfam vor allem die Abschaffung von Steueroasen für dringend notwendig, um die wachsende Ungleichheit zu reduzieren. Rund sieben Billionen Euro sind laut Oxfam in Steuerhäfen "geparkt", würden sie ordentlich versteuert, würde das Steuermehreinnahmen in der Höhe von 174 Milliarden jedes Jahr bedeuten. Ganze 30 Prozent des Finanzvermögens des afrikanischen Kontinents sind laut Schätzungen von Oxfam in Steueroasen verschwunden. Winnie Byanyima, Geschäftsführerin von Oxfam, will im Rahmen des World Economic Forum multinationale Konzerne wegen ihrer Steuerpolitik unter Druck setzen.