© APA - Austria Presse Agentur

Coronavirus
09/07/2020

Covid-19: Wie ansteckend sind Kinder?

Covid-19 wird bei Kindern selten erkannt. Trotzdem können sie das Coronavirus verbreiten. Was bedeutet das für den Schulanfang in Pandemiezeiten?

von Franziska Dzugan

Welche Symptome zeigen Kinder?

Viele Kinder bleiben symptomfrei, auch wenn sie mit dem Coronavirus infiziert sind. Zeigen sie Anzeichen einer Covid-Erkrankung, sind diese ähnlich vielfältig wie bei Erwachsenen. Magen-Darm-Probleme kommen bei Kindern häufiger vor, auch ohne Beschwerden in den Atemwegen.

Wie ansteckend sind Kinder?

Die Viruslast ist bei Kindern ähnlich hoch wie bei Erwachsenen. Ob sie den Corona-Erreger auch so fleißig verbreiten, ist noch nicht endgültig geklärt. Einige Studien deuten auf eine geringere Übertragung durch Kinder hin; sie entstanden allerdings während des Shutdowns und sind somit nicht ohne Weiteres auf den Alltag umzulegen. "Hohe Viruslasten bei Kindern lassen es biologisch plausibel erscheinen, dass Kinder die Infektion auch weitergeben können, wie dies bei allen anderen Erkältungserregern der Fall ist",sagte Virologin Isabella Eckerle von der Universität Genf kürzlich auf der Wissenschaftsplattform Science Media Center.

Befeuern Schulöffnungen die Pandemie?

Modellrechnungen ergaben, dass Schulen bei der Verbreitung des Virus eine tragende Rolle spielen können. In der Praxis sind die Folgen des Unterrichts im Klassenzimmer widersprüchlich: In einigen Ländern liefen die Schulen relativ problemlos an, in Israel, Frankreich und Australien bildeten sich allerdings größere Hotspots. "Es scheint vor allem dann ein Risiko für Schulausbrüche zu geben, wenn das Gesamt-Infektionsgeschehen in der Bevölkerung zunimmt",sagt Virologin Eckerle. Letzteres ist in Österreich derzeit der Fall.

Wie gefährlich ist das Coronavirus für Kinder?

Bei der großen Mehrheit der Kleinen verläuft Covid-19 mild oder bricht gar nicht aus. Säuglinge müssen nach einer Infektion vergleichsweise am häufigsten ins Krankenhaus. Laut einer europaweiten Studie waren das Alter unter einem Monat, das Vorliegen einer Vorerkrankung sowie Anzeichen einer Infektion der unteren Atemwege Risikofaktoren für eine Aufnahme auf die Intensivstation.

Was heißt das für die Rückkehr in die Klassenzimmer?

Zuerst: Lüften, lüften, lüften. Die Übertragung über Aerosole in der Luft ist mittlerweile unbestritten. Während mit Frankreich, Belgien, Großbritannien, Spanien, Griechenland und Bayern halb Europa auf Maskenpflicht und Mindestabstand im Unterricht setzt, wird an Österreichs Schulen darauf verzichtetsolange die Corona-Ampel Grün anzeigt. Springt die Ampel auf Gelb oder Orange, müssen Schüler den Mund-Nasen-Schutz außerhalb der Klasse tragen, bei Rot auch im Klassenzimmer. Zudem sollen alle drei Wochen 15.000 Schüler und 1200 Lehrer an 250 Schulen per Gurgelmethode getestet werden. Eltern können vor allem eines tun: kränkelnde Kinder im Zweifelsfall zu Hause lassen.

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