Refurbed-Gründer Kilian Kaminski, Jürgen Riedl und Peter Windischhofer (v. li.): „Wie neu, nur eben besser."

© Marko Mestrovic/refurbed

Advertorial
08/28/2021

Wiederbelebung

Elektrogeräte sind meist zu schade für den Müll und können ein zweites Leben führen – genau darauf hat sich das junge österreichische Unternehmen Refurbed spezialisiert.

von Robert Prazak

Das Handy hat den Geist aufgegeben, der Fernseher zeigt falsche Farben, der Laptop spinnt wieder mal? Weg mit dem Krempel und einfach ein neues Gerät kaufen. Die erschreckend kurze Lebens- und Behaltedauer vieler Elektro- und Elektronikgeräte mag Hersteller und Händler vielleicht freuen – in Sachen Klimaschutz und einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen gibt es dafür allerdings Minuspunkte. Dabei würde sich eine Reparatur in den meisten Fällen durchaus auszahlen. Außerdem landen ausgemusterte Geräte häufig im Restmüll, wodurch wertvolle Bestandteile wie seltene Metalle verlorengehen.

Dass eine echte Kreislaufwirtschaft auch in diesem Bereich eine Zukunft hat, beweist das junge österreichische Unternehmen Refurbed: Über den 2017 von Peter Windischhofer, Kilian Kaminski und Jürgen Riedl in Wien gegründeten Online-Marktplatz für erneuerte Geräte werden heute bereits mehr als 11.000 Produkte angeboten; vor allem Smartphones und Tablets erfreuen sich großer Beliebtheit. „Es zeigt sich, dass oftmals nur ein oder zwei Komponenten ausgetauscht werden müssen, bevor ein Elektronikprodukt ein zweites Leben wie neu, nur eben besser, antreten kann“, erklärt Windischhofer. Die Kosten dafür betragen durchschnittlich rund 50 bis 100 Euro pro Gerät.

Das Unternehmen trifft mit seinem Angebot den Trend der Zeit: War es anfangs vor allem die Preisersparnis gegenüber neuen Geräten, die Käufer angesprochen hat, lässt nun der Trend zu einem nachhaltigen Konsum die Nachfrage steigen. Die internen Auswertungen zeigen, dass der Anteil an Konsumenten, die aufgrund dieses Arguments ein Refurbed-Gerät wählen, von 30 Prozent im Jahr 2017 auf über 50 Prozent im heurigen Jahr gestiegen ist, sagt Windischhofer. Aber was bedeutet Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang überhaupt?

„Jedes Produkt von Refurbed ist nicht nur bis zu 40 Prozent günstiger, sondern spart auch 70 Prozent CO2-Emissionen im Vergleich zu Neugeräten ein“, erklärt der Refurbed-Gründer. Die restlichen 30 Prozent würden vom Unternehmen kompensiert, indem für jedes Produkt ein Baum gepflanzt wird. „Unterm Strich bilanzieren wir damit CO2-negativ.“

Das Interesse an der Online-Plattform steigt – nicht nur seitens der Kunden, sondern auch seitens der Investoren. Vor kurzem hat Refurbed von Geldgebern eine Finanzspritze von mehr als 45 Millionen Euro erhalten; darunter war etwa die kalifornische Almaz Capital, auch die österreichische Speedinvest hat nochmals Geld in das junge Unternehmen gesteckt. Und die Auswirkungen der Coronakrise? In den letzten Monaten ist die Nachfrage nach gebrauchten Geräten sogar gestiegen, unter anderem wegen des Trends zum Arbeiten im Home Office, denn dadurch musste so manches Gerät angeschafft werden. Und es gibt noch viel Potenzial, meint Windischhofer –  unter anderem bei Haushaltsgeräten. Die Rahmenbedingungen dafür verbessern sich zusehends: So hat die EU bereits im Vorjahr mit einem Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft das Recht auf Reparatur verankert. Es brauche aber generell einheitliche und internationale Standards, sagt Windischhofer. „Die Hersteller von Elektrogeräten müssen sich ihrer Verantwortung stellen, Geräte einfacher reparierbar zu konstruieren und länger mit Updates zu versorgen.“ Und am Ende des Lebenszyklus eines Produkts sollten sie ihre Geräte verpflichtend zurücknehmen und sicherstellen, dass wertvolle Rohstoffe verwertet und in den Produktionskreislauf integriert werden.

Stecken wertvolle Rohstoffe in Altgeräten?

12 Millionen Tonnen Elektroschrott fallen jährlich in Europa an – Tendenz steigend. Doch ein großer Teil der alten Handys, Tablets, Laptops und Spielkonsolen landet nicht bei der Wiederverwertung, sondern im Restmüll und wird daher weder ordnungsgemäß entsorgt noch verwertet. Das ist nicht nur ökologisch problematisch, sondern auch wirtschaftlich wenig sinnvoll: In alten Geräten stecken nämlich wertvolle Rohstoffe, die erneut verwendet werden könnten. Die Gewinnung von Metallen ist ja mit einer hohen Umweltbelastung verbunden, daher sollten vorhandene Ressourcen besser genutzt werden. Das Problem dabei: Oft sind diese Metalle in den Altgeräten in Form von Mischungen enthalten, beim Recycling sind daher aufwändige chemische Prozesse nötig. Spezialunternehmen kümmern sich um die Wiederverwertung von Elektroschrott – und ihr Geschäft brummt. Aber nicht nur beim Recycling, bereits bei der Produktion bräuchte es ein Umdenken. So werden die meisten Handys und viele andere Elektrogeräte auf eine Weise gebaut, die ein Zerlegen zwecks Nutzung einzelner Komponenten unmöglich oder zumindest unrentabel macht. Hat das teure iPhone seinen Geist aufgegeben, landet es oft als Ganzes im Mistkübel. Ein stärkerer Fokus auf Reparierbarkeit, Wiederverwertung und generell auf eine längere Lebensdauer wäre dem Klimaschutz zuliebe wünschenswert – zu einer Entwicklung in diese Richtung können die Konsumenten mit ihren Kaufentscheidungen beitragen.

Österreich ist in Sachen Mülltrennung im EU-Vergleich durchaus gut unterwegs, 60 Prozent des Abfalls wird in entsprechenden Systemen gesammelt; rund 3200 Betriebe kümmern sich um Vorbehandlung, Verwertung und Beseitigung des Abfalls. Den größten Anteil am Abfallaufkommen machen laut Umweltbundesamt Aushubmaterialien und Abfälle aus der Bauwirtschaft aus (rund 71 Millionen Tonnen). Jeder Österreicher erzeugt pro Jahr rund eine halbe Tonne Abfall in seinem Haushalt. Potenzial für eine Verbesserung gibt es bei den Kunststoffen: Mit einer Recyclingquote von mehr als einem Drittel ist Österreich zwar auch in dieser Hinsicht im EU-Vergleich gut, doch bis 2030 soll die Verwertungsquote auf 50 Prozent steigen. Vor allem bei Elektrogeräten und Fahrzeugen könnte noch mehr Kunststoff wiederverwertetet werden.

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