Fußball

EURO 2024: UEFA verbietet ÖFB-Jubel-Song

Die UEFA hat dem ÖFB laut profil-Recherchen mitgeteilt, dass der im März eingereichte und nun in Verruf geratene Song „L’amour Toujours“ von Gigi D'Agostino bei der Europameisterschaft nicht gespielt werden darf.

Drucken

Schriftgröße

In dem Song geht es eigentlich um Liebe. Doch zuletzt wurde der Dance-Kracher „L’amour Toujours“ von Rechten gekapert – und mit ausländerfeindlichen Textzeilen versehen. „Deutschland den Deutschen. Ausländer raus“, wurde etwa in einem öffentlich gewordenen Video auf Sylt dazu gegrölt. Seit Monaten schon soll der Song in rechten Kreisen als Vorlage dienen. Im Januar 2024 lief in einer Videobotschaft des Identitären Martin Sellner im Hintergrund wie zufällig „L’amour Toujours“. Der über zwanzig Jahre alte Party-Hit wurde zum Code für Rechtsextreme.

Nationalelf feierte Siege mit Gigi D'Agostino

Nun war der Dance-Klassiker aber bislang nicht nur ein Pflichtsong in Diskotheken – sondern auch in Fußballarenen. Der ÖFB etwa feierte mit den Klängen von „L’amour Toujours“ große Siege. Gleich nach Abpfiff ertönte regelmäßig der Song von Gigi D'Agostino. Auch zuletzt. Deshalb hatte ihn der Fußball-Bund für die in wenigen Wochen startende Europameisterschaft auf seiner Playlist, die er Ende März der UEFA zur Absegnung vorlegen musste. Vor wenigen Tagen kam nun laut profil-Informationen Post. Per Mail teilte der europäische Verband dem ÖFB mit, dass das Lied nicht gespielt werden darf. 

ÖFB sucht Ersatz-Song

Derzeit wird „L’amour Toujours“ reihenweise gecancelt. Von DJs, die ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen, von Disco-Betreibern, Radiosendern und Party-Veranstaltern. Schon die Oktoberfest-Bosse hatten den Hit zuletzt aus dem Programm genommen. „Auf der Wiesn ist für den ganzen rechten Scheißdreck kein Platz“, erklärte Oktoberfest-Chef Clemens Baumgärtner. Auch „Kronehit“ und die ORF-Radios zogen nach.

Der ÖFB hat den Song nun bereits für das Länderspiel am 6. Juni gegen Serbien aus dem Programm genommen. Auf profil-Nachfrage heißt es: „Der ÖFB steht ganz klar für Toleranz, Vielfalt und Integration und engagiert sich für ein wertschätzendes Miteinander in allen Bereichen der Gesellschaft. Nach den jüngsten Vorfällen um die missbräuchliche Verwendung wird der Song bei ÖFB-Länderspielen nicht gespielt."

Ein Ersatz-Titel für die EM wird noch gesucht.