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Gesellschaft
05/28/2021

Lois Hechenblaikner: Porträt eines Beharrlichen

Mit seinen Fotos aus dem Ischgler Après-Ski-Inferno zeigte er der Welt, was sie nicht sehen wollte: sich selber. [E-Paper]

von Sebastian Hofer

Lois Hechenblaikner kommt dir nahe, auch körperlich. Das liegt einerseits daran, dass er schlecht hört. 30 Jahre Après-Ski haben Spuren, besser: Lücken hinterlassen. Es liegt aber auch daran, dass er die Nähe sucht. Lois Hechenblaikner nicht als herzlich zu beschreiben, käme einer Unterlassung gleich. Der 63-jährige Alpbachtaler setzt sich zu dir – „Servus, ich bin der Lois“ –, lehnt sich nach vorn und erzählt. Und weil das Treffen in einem Kaffeehaus stattfindet, das ein Freund von ihm leitet, ein Exiltiroler in Wien, erzählt Hechenblaikner, selbst geprüfter Barista, erst einmal vom Kaffee. Was man da qualitativ alles steuern könne, Röstung, Mahlgrad, Temperatur, Druck, zum Guten wie zum Schlechten, wenn man wisse, was man tue, oder halt eben nicht, das sei ja ganz prinzipiell „ein Wahnsinn“.

Das Wiener Kaffeehaus übrigens auch. „Pass auf: Einmal bin ich nach einem Vortrag in der Urania mit drei Kollegen im Landtmann gesessen. Am Nachbartisch vier ältere Wiener Damen, gepflegte Hofratswitwen. Der Kellner hat die bedient in einer derart ausgesuchten Höflichkeit, dass ich ihm dafür nachher ein Kompliment machen musste. Auf einmal setzt er zum Tiefflug an und erklärt mir im allertiefsten Kaisermühlnerisch: ‚Na heast, wos soi i mochen, sonst krieag i von de oidn Schrappnön jo goa koa Trinkgöd.‘ Ja, ist das nicht irre? So ist Wien.“

So ist Hechenblaikner: Zu jedem Gedanken eine Geschichte, die den Gedanken veranschaulicht, die ein Bild im Kopf entstehen lässt – ganz so, wie seine Bilder konkrete Gedanken sind, die nicht nur etwas zeigen, sondern etwas darstellen: die Welt, wie sie ist, wenn man nur hinschaut. Das ist ja das Komische an seinen Bildern: dass man das, was sie zeigen, erst wirklich sieht, wenn er es fotografiert hat.

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