profil-Morgenpost: Wer oder was ist eigentlich das Sommerloch?

Die Alte Donau in Wien

Die Alte Donau in Wien

Das Bemerkenswerteste am Sommerloch ist, dass sich jeder Sommer sein eigenes Sommerloch-Denkmal setzt.

Wolfgang Paterno

Wolfgang Paterno

Guten Morgen!

Warum genau ist das Sommerloch in die Welt gekommen? Also jenes unförmige Etwas, das sich jeden Sommer gähnend auftut und nichts Besseres zu tun hat, als auf immer neue Nahrung zu lauern, weil es in den heißen Monaten wahrscheinlich auch nichts Besseres zu tun gibt, als träge in der Sonne zu liegen. Eine mögliche Antwort stand jüngst in einer der Gratiszeitungen, die bekanntlich dem Sommerloch-Grundsatz folgen: Je größer die Hitze, desto größer das Loch. Das Blatt berichtete aus dem Zoo Schönbrunn, wo unlängst ein noch namenloses Elefantenbaby das Licht der Welt erblickte. Im langen Schatten von Mama Numbi unternahm der Nachwuchs erste Ausflüge. „Alles ist spannend, sogar der eigene Rüssel“, notierte der Reporter in seinen Block.

Ein toller Satz, und voller Fragen: Ist der eigene Rüssel für das Riesen-Baby auch ein riesiger Spaßfaktor? Wird der kleine Elefant seiner nur sehr weitschichtig Verwandten Nessie, der Mutter aller Sommerloch-Tiere, den Rang ablaufen? Schließlich: Kam das Sommerloch in die Welt, weil alles spannend ist, sobald die nachrichtenarme Zeit anbricht? Schon in dieser Frage liegt im Grunde eine schöne Idee: Das Bemerkenswerteste am Sommerloch ist, dass sich jeder Sommer sein eigenes Sommerloch-Denkmal setzt.

Wir bleiben dran, bis das Sommerloch 2019 wieder zu ist.