Drama Familie: Wenn Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen

Drama Familie: Wenn Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen

Was in Beziehungen oder Freundschaften oft vorkommt, tritt auch innerhalb von Familien immer häufiger auf: der Abbruch jedes Kontakts zwischen Eltern und Kindern oder unter Geschwistern. Der Grund für eine solche Funkstille sind meistens lang zurückliegende Kränkungen. Betroffene sprechen in profil über ihre Erfahrungen: Verlustschmerzen, aber auch ein tiefes Gefühl der Erleichterung.

Einige Wochen vor Weihnachten bat ich via Facebook Menschen um ihre Erfahrungen zum Thema Kontaktabbruch innerhalb der Familie.

Bei Paaren oder innerhalb von Freundschaften ist das Phänomen des „ghosting“, so der neue Begriff für das kommentarlose Verschwinden eines Menschen aus selbst gewählten Beziehungen, nichts Ungewöhnliches.

Doch die Auslöschung von Familienmitgliedern aus der eigenen Biografie durch Schweigen hat noch einmal eine andere Dimension: Sie ist radikaler, auch tragischer, weil die Lücken, die Eltern oder Geschwister hinterlassen, nicht einfach neu besetzt werden können und Blutsverwandtschaft im gängigen Moralverständnis stärker wirkt als Wahlverwandtschaft.


Der berühmteste Kontaktabbruch der Geschichte war Leo Tolstois Verschwinden in der Wildnis. Der Mutter seiner 13 Kinder hinterließ der 82-jährige Schriftsteller einen Abschiedsbrief, der mit den Worten begann: „Meine Abreise wird dich betrüben …“ Tolstoi erlag übrigens wenig später einer Lungenentzündung.

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Lesen Sie die Geschichte von Angelika Hager in der aktuellen Printausgabe oder als E-Paper (www.profil.at/epaper)!

profil 2/2019

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