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Gesellschaft
01/31/2022

Warum es Anne Franks Tagebuch nun auch als Podcast gibt

42 bekannte Persönlichkeiten lesen das einzigartige Dokument vor.

von Sebastian Hofer

Am Anfang stand eine Umfrage. Im Auftrag der deutschen Körber-Stiftung hatte das Forsa-Institut im Sommer 2017 eine Studie über den Zustand des Geschichtsunterrichts an deutschen Schulen durchgeführt. Unter anderem stellte sich dabei heraus, dass vier von zehn befragten Jugendlichen nicht wussten, was Auschwitz-Birkenau gewesen und was dort geschehen ist. Aus dieser doch einigermaßen niederschmetternden Erkenntnis entstand eine Idee. Nämlich: einen neuen Weg zu finden, eine neue Art, den Holocaust zu thematisieren - und das "Tagebuch der Anne Frank" einem neuen Publikum zu erschließen, jene erschütternden Aufzeichnungen, die die damals 13-Jährige im Juni 1942 begann und bis zu ihrer Verhaftung und Deportation nach Auschwitz im Spätsommer 1944 führte.

Diese Idee stammt von dem Wiener Art Director Max Schnürer (Büro Butter), tatkräftig unterstützt von Ina Lins, Marketingleiterin des profil. Nun ist sie endlich verwirklicht: Am vergangenen Donnerstag (dem 77. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz) ging "Der Podcast der Anne Frank" online, in dem dieses einzigartige Dokument, dieses Grundlagenwerk der historischen Bildung, von 42 bekannten Persönlichkeiten aus Österreich und Deutschland vorgelesen wird, darunter Alexander Van der Bellen, Hilde Dalik, Armin Wolf, Dirk von Lowtzow, Hanna Herbst, Gregor Gysi, Josef Hader sowie zahlreiche Influencerinnen wie Masha Astor, Christl Clear oder der YouTuber Rafael Eisler alias VeniCraft. Der Zeitpunkt könnte bedeutsamer nicht sein: "Der Podcast der Anne Frank" erreicht uns in einem Moment, in dem Holocaust-Verharmlosung und NS-Relativierung unter dem Deckmantel der Coronamaßnahmen-Kritik wieder einmal erschreckend präsent sind. Der Podcast läuft auf allen gängigen Plattformen sowie auf der Website www.annefrank.digital, die auch noch vertiefendes Material zum Thema präsentiert.