Weingut Karnburg in Kärnten

© Elias Jerusalem

Gesellschaft
08/07/2021

Wein aus Kärnten: Echt jetzt?

Lange wurde die Weinbauregion Kärnten belächelt. Heute werden einzelne Winzer regelrecht gefeiert. Was steckt hinter dem Hype? Und was hat der Klimawandel damit zu tun? [E-Paper]

von Robert Buchacher

Wenn der fein aufgeschnittene Speck würzig duftet und dazu ein ausgesucht edler Wein ins Glas rinnt, entstehen jene beglückenden Momente, an die man sich gern erinnert. Besonders dann, wenn die Umgebung so ungewöhnlich ist wie im Restaurant „Leiten“ am Weingut Karnburg bei Klagenfurt. Mitten im steilen Weingarten stehen da zwei neu erbaute, aus klobigen Kalksteinen und ungehobeltem Fichtenholz gezimmerte Kärntner Bauernhäuser, die eine harzige, urig-heimelige Atmosphäre erzeugen. Der Blick über das sommerlich gefärbte Panorama geht bis zu den Karawanken.

Ungewöhnlich ist freilich nicht nur die Lage. Schon die Tatsache, dass sich hier, im südlichsten Bundesland Österreichs, im Seen- und Bierland Kärnten, ein waschechtes, ernsthaftes Weingut etabliert hat, hat etwas Besonderes an sich. Über Jahrzehnte hinweg war Wein aus Kärnten – trotz einer uralten einschlägigen Geschichte – allenfalls ein spinnertes Liebhaberprodukt. Das hat sich zuletzt dramatisch verändert. Unter Kärntens 185 Winzern (die insgesamt 140 Hektar Anbaufläche bewirtschaften) finden sich heute auch international akklamierte Namen. Kärntner Wein ist, nicht nur buchstäblich, in vieler Munde.

Besuch am Weingut Sternberg, an einem geschichtsträchtigen Ort zwischen Velden und Villach, an einem Platz, der laut regionaler Tradition als echter Kraftort durchgeht. Der Sternberg selbst ist ein spitzer Hügel, der sein bezauberndes kleines Kirchlein wie eine Krone trägt. Hinter dem gleichnamigen Weingut steckt der gelernte Elektriker Alexander Egger, 48, der im Alter von 21 Jahren seine erste Firma gründete. Daneben lernte er kochen, arbeitete tagsüber im Restaurant Kim am Wiener Naschmarkt und in der Nacht beim Wiener U-Bahnbau. Das war ihm nicht genug. Er vertiefte sich ins Thema Wein, besuchte einschlägige Kurse und wollte einen reinen Naturwein ohne Chemie produzieren. Wie zum Beweis lebt er heute mit Frau und drei Kindern mitten in seinem Weingarten. Und wie es vor Jahrhunderten üblich war, lagert er seinen Rebensaft in mannshohen Tonamphoren, die er in Sand vergräbt, um eine gleichmäßige Temperatur zu gewährleisten und dem Wein bei der Reifung die nötige Ruhe zu geben.

Erstaunlich viele Kärntner Rebflächen wurden im Nahbereich von Burgen, Burgruinen oder anderen historischen Stätten angelegt, wie etwa auch das Weingut der Burg Hochosterwitz oder Kärntens größtes Weingut unter der weithin sichtbaren Burgruine Taggenbrunn (siehe Kasten). Das oben erwähnte Weingut Karnburg trägt gar den Namen eines Ortes, der als Wiege Kärntens gilt: In Karnburg wurde jener Fürstenstein gefunden, auf dem einst die Kärntner Herzöge von einem Bauern „in windischer Sprache“, wie es heißt, in ihr Amt eingeführt wurden.

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