Queen Elizabeth II.
Titelgeschichte

Zum Tod von Queen Elizabeth II.: Die Lichtgestalt

Selbstlos, hingebungsvoll, pflichtbewusst und streng in der Kontrolle ihrer Gefühle: Königin Elizabeth II. lebte ihr Wertesystem, ungeachtet aller Turbulenzen, bis zum letzten Atemzug. Ein Streifzug durch herausfordernde Stationen ihres Lebens und ein Blick in die Zukunft der britischen Monarchie.

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Wie nahe Trauer und Freude beieinander liegen können, zeigte der erste öffentliche Auftritt von König Charles III., 73, als er sich am vergangenen Freitagnachmittag nach der „Queen consort“ Camilla aus einem nachtschwarzen, beflaggten Rolls-Royce vor dem Buckingham Palace schälte. Der Mann, der seit seinem dritten Lebensjahr auf diesen Augenblick vorbereitet worden war, zeigte sich sichtlich bewegt, als ihn die Menge trotz aller Trauer mit Jubel, Applaus und einem zigfach geschmetterten „God Save the King“ begrüßte. Wohlwissend, wie schwierig die Aufgabe sein wird, beim Volk auch nur annähernd so zu punkten wie „meine geliebte Mutter“, machte sich in Charles’ Gesichtszügen so etwas wie Erleichterung breit, dass sein Erscheinen mit derartiger Begeisterung quittiert wurde.

Charles und seine Schwester Anne waren die einzigen ihrer Kinder und Enkel gewesen, die die 96-jährige Elizabeth am vergangenen Donnerstag an ihrem Sterbebett auf dem schottischen Schloss Balmoral begleiteten. Die Prinzen Harry, William, Andrew und Edward hatten es nicht mehr rechtzeitig geschafft, sich von der Mutter und Großmutter zu verabschieden.
Auch in ihren letzten Lebenstagen hatte die – vor allem nach dem Tod von Prinz Philip vor eineinhalb Jahren – zunehmend geschwächte Queen noch jene Charaktereigenschaften mobilisiert, für die sie das Volk liebte: Selbstlosigkeit, Pflichtbewusstsein, Kontrolliertheit, immer begleitet von einer fast kindlichen Liebenswürdigkeit. Noch am Dienstag hatte sie die neue Premierministerin Liz Truss (ihre 15. seit Wins-ton Churchill) damit beauftragt, eine neue Regierung zu bilden. Allerdings durfte Truss die Audienz nicht wie üblich im Buckingham Palace absolvieren, sondern wurde nach Schottland, auf Schloss Balmoral, gebeten, wo die Königin sie höflich lächelnd, gestützt auf einen Spazierstock und in grauer Strickjacke und kariertem Faltenrock erstaunlich leger gekleidet empfing. Fast könnte man meinen, dass Elizabeth II. sich selbst erst erlaubt hatte, diese Welt zu verlassen, nachdem sie diesen Termin wahrgenommen hatte. Das Pflichtbewusstsein hat sie von ihrer Mutter, der früheren Queen Elizabeth, schon vor ihrer unvorhergesehenen Thronübernahme am 6. Februar 1952 übernommen. Deren Credo lautete: „Wir sind Mitglieder der britischen Königsfamilie. Wir sind niemals müde, und wir alle lieben Krankenhäuser.“

Die Queen, die in ihren besten Zeiten 530 Termine pro Jahr absolvierte, nie ohne Handschuhe ihre jeweilige Residenz verließ und Konversationen gerne mit dem aktuellen Wetterstatus der Region eröffnete, stand unverwüstlich wie ein Fels in der Brandung, selbst wenn ihre Kinder, Schwiegerkinder und Enkel die Boulevardpresse noch so beharrlich mit neuen Fettnapf-Auftritten, Ehebrüchen und Skandalen fütterten. Dass die Kinder und Enkelkinder das Image der Königsfamilie mit großer Verlässlichkeit ramponierten, wenn nicht zertrümmerten, nahm sie nach außen mit Fassung hin. Wie es in ihrem Inneren aussah, wusste niemand. „Wir sind Windsors, wir sind keine menschlichen Wesen“, soll sie einmal gesagt haben.

Just eine halbe Stunde vor der offiziellen Verlautbarung der Todesnachricht am vergangenen Donnerstag war ein doppelter Regenbogen auf dem Himmel über dem Palast und dem Denkmal von Königin Victoria zu sehen. Ein poetisches Zeichen der Natur für ein Leben, das in die  Historie der Welt eingehen wird.

„Sie ist ein strahlendes Licht in der Geschichte“, ließen die Erzbischöfe von England und Wales nach der Todesnachricht verkünden, und kein noch so republikanischer Brite wird ihnen dieser Tage widersprechen. Königin Elizabeth II. lebte das, was die Dianas und Meghans dieser Welt nie begriffen haben: Die Monarchie ist kein roter Teppich für narzisstische Inszenierungen, sondern ein Job. Ein Promi arbeitet für sich selbst, eine Königin für ihr Land – und verschont die Welt mit ihren Befindlichkeiten. Das Land wird sich den Worten von Charles III. anschließen, der auf seiner Website notieren ließ: „Die Trauer meiner Familie und mir wird leichter zu ertragen sein, weil wir getröstet sind durch den Respekt und die Zuneigung, die meine geliebte Mutter, unsere Majestät, die Königin, jetzt weltweit erfährt.“

1926: Eine Königin wird geboren

Als Elizabeth Alexandra Mary Windsor am 21. April 1926 in der Londoner Bruton Street Nummer 17, im Haushalt ihrer Großeltern mütterlicherseits, zur Welt kommt (durch einen Kaiserschnitt, den der Palast in einer ersten Aussendung als „eine gewisse Art von Eingriff“ verklausuliert), hat sie einen prominenten Augenzeugen. Der britische Innenminister William Joynson-Hicks überprüft, so will es das Protokoll, persönlich die dynastische Legitimität der Neugeborenen – kehrt dann aber rasch zurück in seinen Amtssitz, denn es braut sich etwas zusammen im Staate England: In diesem Frühjahr tobt ein Arbeitskampf der Bergbauarbeiter, der am 3. Mai in einem landesweiten, zehntägigen Generalstreik, in Chaos, Aufruhr und dem Aufmarsch der Armee münden wird. In den königlichen Residenzen geht derweil alles seinen standesgemäßen, also distinguierten Gang: Die junge Elizabeth wird ihrem Großvater, König George V., vorgestellt, von der Presse als „das bekannteste Baby der Welt“ gefeiert, vom Erzbischof von York getauft und von Gouvernanten und Hauslehrern auf ein Leben als Hochadelige vorbereitet. In der britischen Thronfolge steht sie nur an dritter Stelle, die Krone ist also beruhigend weit weg – bis zu jenem Tag im Jahr 1936, an dem ihr Onkel, König Edward VIII., das Undenkbare tut und die gerade erst erhaltene Königswürde ablegt, um die nicht standesgemäße, weil zweifach geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson heiraten zu können. Ihr Vater wird somit, sehr zu seinem eigenen Missfallen, König George VI., und Elizabeth, zu ihrem großen Erstaunen, erste Thronfolgerin. Als die damals Zehnjährige erfährt, dass ihre Familie nun in den Buckingham-Palast zieht, fragt sie: „Wie – für immer?“

1945: Die Prinzessin als Mechanikerin

So ein Fest hat das Land noch nicht erlebt: Zu Tausenden strömen die Menschen auf den Trafalgar Square und marschieren entlang der Prachtstraße „The Mall“ Richtung Buckingham Palace. Mittendrin: Prinzessin Elizabeth und ihre Schwester Margaret. Es ist VE Day, Victory in Europe Day, der 8. Mai 1945, und ganz London feiert den Sieg über Nazi-Deutschland.
Während King George VI. und Queen Elizabeth es wie üblich dabei belassen, vom Balkon aus zu winken, mischen sich die Töchter, gerade einmal 19 und 14 Jahre alt, bei Einbruch der Dunkelheit unbemerkt unters Volk. Im Hotel Ritz fügen sie sich in eine Polonaise ein, in den Straßen Londons haken sie die Arme bei Unbekannten ein, tanzen und singen mit den Massen. „Die armen Lieblinge“, wird King George später in seinem Tagebuch notieren, „sie haben noch nie Spaß gehabt“.

Im Eifer der Feierlichkeiten merkt niemand, wer die jungen Frauen sind. Um unerkannt zu bleiben, hat sich Elizabeth die Kappe tief über die Stirn gezogen. Auch an diesem Tag trägt sie die Uniform des „Auxiliary Territorial Service“, wie die Frauenabteilung des britischen Heeres während des Zweiten Weltkrieges heißt. Dort ist die schüchterne Prinzessin zur disziplinierten Mechanikerin und Lastwagenfahrerin geworden – und hat nebenher Geschichte geschrieben: als einziges weibliches Mitglied der Königsfamilie, das je in der britischen Armee gedient hat. Der Spitzname „Prinzessin Automechanikerin“ wird sie noch lange begleiten.

1952: Die kindliche Königin

Elizabeth sitzt an ihrem Schreibtisch in einer Safari-Lodge in Kenia, die Wangen gerötet, aber trocken. Es ist der 6. Februar 1952, und die Thronfolgerin, die soeben vom Tod ihres Vaters erfahren hat, wirkt gefasst. So erinnert sich ihr Privatsekretär an den Moment, in dem aus „Lilibet“ Queen Elizabeth II. wurde. Die Nachricht vom frühen Tod von König George VI. erreicht Elizabeth und ihren Mann Philip während ihrer ersten Reise zu den Mitgliedstaaten des Commonwealth. Fünf Jahre sind die beiden verheiratet, da verändert sich ihr Leben für immer. Am Tag ihrer Krönung, dem 2. Juni 1953, wird Elizabeth, gerade einmal 25 Jahre alt, zu „Elizabeth II., von Gottes Gnaden Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland und ihrer anderen Königreiche und Territorien, Oberhaupt des Commonwealth, Verteidigerin des Glaubens“.

„Sie ist nur ein Kind“, soll der damalige Premier Churchill kommentiert – und damit alles andere als recht behalten haben. Am Ende wird Queen Elizabeth die am längsten dienende britische Monarchin und das meistgereiste Staatsoberhaupt aller Zeiten sein. Im Lauf ihrer 72 Jahre auf dem Thron erlebt sie 15 britische Premiers, empfängt 152 ausländische Staats- und Regierungschefs und bereist 117 Länder.

Ihre wichtigste Reise wird sie 2011 in die ehemalige britische Kolonie Irland führen. 100 Jahre ist es her, seit ein britischer Monarch die Republik besuchte. In Dublin verblüfft die Queen die Gäste eines Staatsbanketts mit einer Begrüßung auf Gälisch. Auch in der anschließenden Rede scheint sie die richtigen Worte zu finden – aber trotzdem gehen in Irland die Wogen hoch. Anders als in England und Kontinentaleuropa erscheint die Queen hier immer noch vielen als Repräsentantin eines Unterdrückerregimes. 

1977: Das Jahr, in dem sie Kontakt aufnahm

Zu ihrem silbernen Thronjubiläum überlegt sich die Queen etwas Neues: Sie geht auf ihr Volk zu, wird eine Königin zum Anfassen, die durch ihr Reich tourt, Hände schüttelt, Blumen entgegennimmt, smalltalkt. Die Charmeoffensive wirkt, und sie ist auch dringend nötig, denn die britische Monarchie ist instabil geworden, der alte Pomp nicht mehr zeitgemäß, das Weltreich zerbröckelt. Elizabeth füllt ihre Rolle mit großer Gewissenhaftigkeit aus, aber ihre Untertanen werden selbstbewusster, kritischer – und einige von ihnen regelrecht frech: Am 27. Mai 1977 veröffentlicht die Londoner Punkband „Sex Pistols“ ihre zweite Single. Sie trägt den Titel „God Save the Queen“, die Band reimt darauf: „She ain’t no human being.“ Ist sie natürlich doch – und insgeheim auch durchaus empfänglich für die Schwere jener Jahre, in denen die sozialen Konflikte toben, die IRA bombt und die Iron Lady Margaret Thatcher an die Macht strebt (mit der die Queen später nie wirklich warm wurde).

1992: Ein „annus horribilis“ 

Die Rede, die die Königin am 24. November 1992 in der Londoner Guildhall anlässlich ihres 40. Thronjubiläums hält, wird auch deswegen legendär, weil die damals 66-jährige Monarchin erstmals ihrem Kodex, nach außen hin stets Stärke zu demonstrieren, untreu wird. Vordergründig bezieht sie sich in ihrer mit kleiner Stimme vorgetragenen Klage über ein „annus horribilis“ auf den verheerenden Brand auf Schloss Windsor wenige Tage zuvor, aber tatsächlich ist 1992 das Jahr, in dem sich die Sippe der Windsors als „äußerst marodes Vergnügungsparkunternehmen“ (so die US-Autorin Tina Brown) demontiert. Der Gipfel der öffentlichen Brüskierung ist schon im Juni mit der Veröffentlichung von Andrew Mortons Millionenseller „Diana – Her True Story“ erreicht, in dem die Prinzessin (wie sich später herausstellen sollte, auf Eigeninitiative) von ihren Selbstverletzungen und ihrer Bulimie wegen der Affäre ihres Ehemanns mit seiner Dauergeliebten Camilla erzählt und ihrem Gefühl, „wie ein Lamm auf die Schlachtbank geführt worden zu sein“, Ausdruck verleiht. In diesem Frühjahr gehen auch die Ehen der beiden anderen Kinder Elizabeths in die Brüche: Prinzessin Anne lässt sich von ihrem Reiteroffizier Mark Phillips in Windsor-würdiger Stille scheiden; bei Prinz Andrew und Sarah Ferguson geht es weniger diskret zu. Am 9. Dezember lässt dann das entfremdete Thronfolgerpaar Charles und Diana die offizielle Trennung bekannt geben – und 1992 wird endgültig zu einem „annus mirablis“ für die britische Boulevardpresse.

1997: Das Volk ist not amused

Erstmals in der Geschichte ihrer Regentschaft ist die Königin in diesen Tagen offener Kritik und dem konzertierten Tadel der Presse ausgesetzt: Die Schlagzeilen lauten: „Zeigen Sie endlich Herz!“ und „Ihr Volk ist in Trauer – zeigen Sie uns, dass Sie betroffen sind!“ In der Nacht auf den 31. August ist Lady Diana mit ihrem damaligen Freund Dodi Al-Fayed, verfolgt von Pressefotografen, im Pariser Alma-Tunnel ums Leben gekommen. Die Queen weilt zu dem Zeitpunkt mit ihren Enkeln Harry und William auf Schloss Balmoral. Während ganz Großbritannien in einer beispiellosen Trauerhysterie versinkt, hüllt sie sich in Schweigen. Die Beliebtheitswerte der sonst so unantastbaren Monarchin rasseln in den Keller. Laut Meinungsumfragen finden 72 Prozent der Briten, dass sie es verabsäumt habe, zu einem angemessenen Zeitpunkt Trauer zu zeigen. Erst auf Intervention des amtierenden Premierministers Tony Blair, der die Tragödie als PR-Coup in eigener Sache zu nutzen weiß, kann sie überzeugt werden, am 5. September nach London zu kommen. Die teils eisige Stimmung, der sie dort ausgesetzt ist, soll ihr schwer zu schaffen gemacht haben. Noch am selben Abend wendet sie sich in einer Fernsehansprache an das Volk, in der sie indirekt um Verständnis für ihr Verhalten bittet: Es sei nicht leicht, „ein Gefühl des Verlusts“ auszudrücken, aber sie sei in diesen Tagen „vor allem Großmutter“.

2020: „Megxit“ und der Abschied vom Lieblingsenkel

Vor der bombastischen Traumhochzeit 2018 zwischen Prinz Harry und der US-Schauspielerin Meghan Markle gehen die Imagewerte der Royals endlich wieder durch die Decke. Herzogin Kate steht oft etwas schmallippig daneben, wenn selbst eingefleischte Republikaner ihrer Begeisterung über das neue Mitglied im Windsor-Clan Ausdruck verleihen: Die offenen Arme,  die Art und Weise, wie eine POC (Person of Colour) aus bürgerlichem Milieu von der Queen und ihrer Familie empfangen wird, zeugen von einem liberalen, weltoffenen und von Standesdünkeln befreiten Wind im Königshaus. Hinter der Fassade stellt sich die Lage freilich anders dar. Die rassistischen Untertöne der Presse, aber wohl auch innerhalb der Familie, haben der frischgebackenen Herzogin von Sussex verdeutlicht, dass ihr Job als Mitglied des Königshauses auch einiges an Resilienz erfordert. Über den folgenden Abgang ihres Lieblingsenkels Harry aus der „Firma“ Windsor äußert sich die Queen nie öffentlich, doch nach dem „Megxit“ kommt es nur noch ein Mal zu einem kurzen Treffen mit ihrem Enkel und Meghan, um Urenkelin Lilibeth kennenzulernen. Fotos für Publicity-Zwecke gestattet die Queen dabei nicht, was tief blicken lässt – die Kränkung ist da, wird aber mit Etikette kaschiert.

2022: Das Ende einer Ära

Die letzte Reise der Königin wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Stunden nach Elizabeths Tod verlaufen nach strengem höfischen Protokoll. Das Land steht weitgehend still, die Flaggen stehen auf Halbmast, während der Leichnam der Monarchin zunächst in Edinburgh aufgebahrt und dann mit dem Zug nach London gebracht wird. Am zehnten Tag wird man die verstorbene Queen Elizabeth II. ins 40 Kilometer entfernte Schloss Windsor bringen, wo sie neben Prinz Philip bestattet werden soll.

Gleichzeitig richten sich sorgenvolle Blicke auf den neuen britischen König Charles III. Elizabeth stand für stoische Ruhe und hat das Schweigen gewissermaßen perfektioniert. Progressiver Stillstand, so könnte man die Strategie der Queen beschreiben. In den vergangenen 70 Jahren schöpfte das Königshaus seine Anziehungskraft immer auch aus der Tatsache, dass niemand so genau wusste, was die Queen denkt.

Anders ist das beim neuen König. Charles macht aus seinen Ansichten kein Geheimnis. Zum Beispiel setzt er sich seit mehr als 50 Jahren für den Umweltschutz ein und warnte bereits 1970 vor den Folgen des menschengemachten Klimawandels. Gut möglich, dass das Königshaus mit ihm eine neue Rolle findet. In die Fußstapfen seiner Mutter zu treten, ist ohnehin keine Option. Am Tag von Elizabeths Krönung umfasste das britische Empire mehr als 70 Territorien auf der ganzen Welt; zuletzt erkannten sie nur mehr 15 Länder als Staatsoberhaupt an. Charles wird wohl zusehen müssen, wie sein Königreich weiter zerfällt. Im Norden melden die Schotten ihren Wunsch nach Unabhängigkeit an, im Westen sehen irische Republikaner nach dem Brexit die Chance auf ein wiedervereinigtes Irland. Und von den 14 Territorien des Commonwealth könnten einige den Tod der Queen als Möglichkeit sehen, sich ganz loszulösen und die Monarchie abzuschaffen. Die Königin ist tot, die Welt dreht sich weiter – mit König oder ohne.

Siobhán Geets

Siobhán Geets

ist seit 2020 im Außenpolitik-Ressort und gehört zum "Streiten Wir!"-Kernteam.

Angelika   Hager

Angelika Hager

leitet das Gesellschafts-Ressort

Sebastian Hofer

Sebastian Hofer

schreibt seit 2002 im profil über Gesellschaft und Popkultur, ist seit 2020 Textchef dieses Magazins und zählt zum Kernteam von faktiv.