„Grüne Batterien“ – mit Atomstrom ­betrieben

Zum Pumpen wird halbe Jahresleistung eines Reaktorblocks des AKW Mochovce importiert. Umweltdachverband fordert strenge Kennzeichnungspflicht.

Österreichs E-Wirtschaft nennt sie stolz „grüne Batterien Europas“: Pumpspeicherkraftwerke wie Kaprun, Limberg oder Malta, deren Leistung bis zum Jahr 2020 auf über 5000 Megawatt verdoppelt werden soll. Doch um das Wasser in die höher gelegenen Speicher zu pumpen, wird zu einem großen Teil so genannter „Graustrom“ aus Kohle- und Atom­kraftwerken verwendet. Nach neuen Berechnungen des ­Umweltdachverbands macht der Anteil von Atomstrom in ­österreichischen Pumpspeicherkraftwerken pro Jahr 1600 ­Gigawattstunden aus, das entspricht 55 Prozent der jährlichen Stromproduktion eines Reaktorblocks im slowakischen AKW Mochovce.

„Man darf nicht wie der Verbund-Konzern mit grünen Batterien werben, wenn dort so viel Atomstrom zum Einsatz kommt“, so der Geschäftsführer des Umweltdachverbands, Michael Proschek-Hauptmann. Er fordert für den am 16. Jänner stattfindenden ­„Atomgipfel“ unter der Leitung von Kanzler Werner ­Faymann eine strenge Kennzeichnungspflicht für Pumpspeicherkraftwerke. Erst wenn ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energieträgern zum Pumpen verwendet wird, soll der Begriff „Ökostrom“ ­verwendet werden dürfen.