Das Geld der weißen Leute

Handarbeit: Arbeiter beim Bau einer Straße im Norden Nicaraguas

Not: Viele Einwohner im Departamento Chinandega, Nicaragua, leben von weniger als einem Dollar pro Tag

Während die österreichische Entwicklungshilfe in Nicaragua ausläuft, besichtigen fünf Abgeordnete künftiges Einsparungspotenzial in Burkina Faso. Eine Entdeckungsreise ins Grenzgebiet zwischen ehrlichem Bemühen und kalter Realpolitik.

acht es einen Unterschied, ob man in Yegueresso, Burkina Faso, arm ist – oder in San Juan de Cinco Pinos, Nicaragua? Ob es einem da, in Westafrika, an sauberem Wasser, Nahrung, medizinischer Versorgung und Bildung mangelt – oder dort, in Zentralamerika?

Doch, ja, vorvergangene Woche machte es einen gravierenden Unterschied: Am Dienstag hielt an der einzigen asphaltierten Straße in der Nähe des Dorfs Yegueresso ein nagelneuer Bus. Ein paar Weiße klet­terten aus dem Fahrzeug und wurden auf einem Sandpfad durch ein Wäldchen zu ­einem Veranstaltungsraum geleitet. Hoher Besuch aus Österreich, fünf Abgeordnete des Nationalrats. Die Dorfbewohner warteten bereits, zu Ehren der Delegation aus dem fernen Europa wurde geklatscht, musiziert und getanzt.

Auch in Cinco Pinos gibt es ein Veranstaltungszentrum, das abseits der einzigen asphaltierten Straße liegt. Die Menschen hier hätten wahrscheinlich ebenfalls geklatscht, musiziert und getanzt, wenn fünf wichtige Persönlichkeiten von ganz weit her angereist wären, um ihnen einen Besuch abzustatten. Doch nach Cinco Pinos hat es nie eine offizielle Delegation österreichischer Parlamentarier verschlagen – und dass es noch einmal dazu kommt, ist unwahrscheinlich.

Die fünf Politiker, die vorvergangene Woche nach Yegueresso in Burkina Faso gekommen waren, sind die entwicklungspolitischen Sprecher ihrer jeweiligen Partei: Petra Bayr (SPÖ), Franz Glaser (ÖVP), Johannes Hübner (FPÖ), Judith Schwentner (Grüne) und Martina Schenk (BZÖ), die Gerhard Huber vertritt. Sie wurden von der österreichischen Entwicklungshilfe­agentur ADA eingeladen, sich ein Bild von der Arbeit in Burkina Faso zu machen. Und so tourten sie eine Woche lang durch ein Land, das im Human Development Index der Vereinten Nationen, einer Art Wohlstands-Ranking, den 161. Platz unter 169 Staaten belegt und von Österreich jedes Jahr mit mehr als vier Millionen Euro an bilateraler Hilfe unterstützt wird.

Nicaragua liegt im Human Development Index auf Platz 115 und bekam im Jahr 2010 rund 4,8 Millionen Euro aus dem zwischenstaatlichen Entwicklungshilfetopf. Dass die ADA keine Politiker hierher bringt, liegt schlicht daran, dass das Land von der bilateralen österreichischen Entwicklungshilfe aufgegeben wird: Für Nicaragua, das in den vergangenen Jahren von Bürgerkrieg, Erdbeben und einem katastrophalen Wirbelsturm heimgesucht wurde, gibt es ab 2013 kein Geld mehr.

Warum eigentlich? Weil Österreich spart und seine Entwicklungshilfe extrem reduziert (siehe Kasten). Und das bedeutet: entweder weniger Geld für alle oder kein Geld für manche. Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP), der politische Verantwortliche, hat sich für Letzteres entschieden. Eine dritte Möglichkeit hätte darin bestanden, das ohnehin mickrige EZA-Budget nicht anzutasten. Sie wurde schnell verworfen.

Dabei sind Länder wie Nicaragua auf der Strecke geblieben. Offiziell wird das natürlich nicht so formuliert. Die Argumentationspapiere der Entwicklungshelfer sprechen lieber von „geografischer Fokussierung“ oder bemühen den „Einklang mit den Prioritäten der Europäischen Union“ und den „Grundsätzen internationaler Arbeitsteilung“.
Kürzen, Streichen und Zusperren sind zu wesentlichen Kompetenzen der österreichischen Entwicklungspolitik geworden, und ein Ende dieser Tendenz ist nicht abzusehen. Spätestens die für 2014 geplante Reduzierung des Budgets wird weitere Einschnitte erforderlich machen. Experten im Außenministerium verdrehen gequält die Augen.
Aber was geht da eigentlich verloren? Und ist das wirklich so schlimm?

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Der Festsaal in Yegueresso, ein karger Raum mit ein paar Neonröhren und Fenstern ohne Scheiben, ist mit Girlanden und Lampions geschmückt. Geld aus Österreich hat dafür gesorgt, dass in Yegueresso ein Getreidespeicher gebaut wurde. So können die Bauern ihre Ernte einlagern und die Überschüsse verkaufen, wann immer die Preise hoch sind. Der Hunger, früher eine unausweichliche Phase im Jahres­kreis, ist jetzt Geschichte.
In Burkina Faso gibt es viele solcher Dörfer, in denen ein Projekt das Leben der Leute verbessert hat, und das auf existenzielle Weise: von aussichtslos zu machbar, von lebensbedrohlich zu gerettet.

Die mehr als vier Millionen Euro bilateraler Hilfe jedenfalls erklären die überschwängliche Freude, mit der die Politiker begrüßt werden, sobald sie irgendwo den trockenen, lateritroten Boden eines Dorfs betreten. Was in Nicaragua passiert, will die ADA in anderen Ländern verhindern. Auch diese Absicht steckt hinter der Reise: Die Parlamentarier sollen erleben, wie sinnvoll die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) ist, und sich zu Hause dafür einsetzen, dass das Budget dafür aufgestockt statt gekürzt wird.
Und mit dieser Idee steht die ADA nicht allein da. Siaka Prosper Traoré hat die grünen Fensterbalken seines Büros in der Stadt Dédougou bis auf einen geschlossen, um die Hitze draußen zu halten. Der Gouverneur der Provinz Boucle du Mouhoun, der ärmsten von Burkina Faso, hat für das Treffen mit den fünf Österreichern eine Rede vorbereitet, in der er nach einem längeren Höflichkeits-Intro schließlich konkret wird: 2.276.958.146 westafrikanische Francs (umgerechnet etwa 3,4 Millionen Euro) betrage der Jahresbedarf von Boucle du Mouhoun, sagt Traoré, und dem stünden auf der Einnahmenseite der 1,4-­Millionen-Einwohner-Provinz nur 1.114.226.902 westafrikanische Francs gegenüber, also etwa die Hälfte.

Der Gouverneur hebt den Blick. Er habe Sorgen, sagt er. Er möchte die Unterstützung auch auf andere Kommunen ausdehnen, die ebenso bedürftig seien, und bittet um mehr Hilfe. Dann macht er eine Pause. Jetzt sollten die Abgeordneten antworten, aber was? Sollen sie von den Geldnöten zu Hause, in einem der reichsten Staaten der Welt, erzählen? Von dem Beschluss, pro Jahr 0,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungszusammenarbeit auszugeben, der dann leider doch einem Budgetvorbehalt zum Opfer gefallen ist? SPÖ-Abgeordnete Bayr fasst sich ein Herz, verspricht, sich zu bemühen, „dass die Mittel steigen werden“, und fügt hinzu, dass sie damit „für die meisten von uns“ spreche.

Ein bisschen österreichisch-innenpolitischer Zank liegt plötzlich in der Luft, mitten in Dédougou, aber er verflüchtigt sich rasch in der drückenden abendlichen Hitze. Der Ventilator an der Decke des Büros rotiert unablässig, und die Miene des Gouverneurs zeigt keine Regung.
Die fünf Abgeordneten werden zielstrebig zu den Gemeinden gebracht, in denen die öster­reichische Entwicklungszusammenarbeit herzeigbare Hilfe leistet. Die Bäuerin Assetou Kafando-Koutou etwa ist dank des Know-how und ein wenig finanzieller Unterstützung mit ihrer Familie auf niedrigem Niveau energieautark geworden. Alles, was sie dazu benötigt, ist ein Schacht, in den sie Viehmist schaufelt, dazu ein paar Rohre, und fertig ist die Biogas-Anlage, die genug Gas erzeugt, um einen kleinen Herd und eine Gaslampe zu betreiben. Ein winziger Fortschritt, der in dieser Umgebung einen Quantensprung an Lebensqualität bedeutet. Solche Projekte leuchten jedem ein, und man fragt sich, weshalb alle anderen im Dorf auf teures Öl angewiesen sind, obwohl überall ein paar Kühe herumstehen, die genügend Mist machen.

Tatsächlich kostet eine Biogas-Anlage an die 8000 Euro, und wer bekommt schon einen Kredit in dieser Höhe? Letztlich geht es immer ums Geld, bloß sind die Beträge knapp unterhalb der ­Sahelzone unvergleichlich niedriger als in Österreich.

Und während sich Österreich in einer schwierigen volkswirtschaftlichen Lage wähnt, muss Burkina Faso mit dramatischeren Problemen fertigwerden: Im Nachbarland Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) wütet ein Bürgerkrieg, und plötzlich ist die Stromversorgung von Burkina Faso gekappt, wichtige Güter können nicht mehr geliefert werden, und umständliche Transportwege verteuern die Importe.

In Koutoura, nahe der Grenze zu Côte d’Ivoire, wurde mit österreichischem Geld eine ganz besondere Schule errichtet. In dieser Gegend beherrschen viele die offizielle Landessprache Burkina Fasos – das Französische – nicht, in der an öffentlichen Schulen unterrichtet wird. In der neuen Einrichtung hingegen sprechen die Lehrer auch Dioula und Mooré, und so kommen viele Jugendliche her, die bis dahin keine Chance auf Bildung hatten. Sie erlernen landwirtschaftliche Grundkenntnisse, bauen am Feld hinter der Schule Gemüse und Kräuter an und schaffen sich so eine Existenz abseits der Versklavung auf Kakaoplantagen jenseits der Grenze. Weil aber die Krise in Côte d’Ivoire die Preise für Baustoffe in die Höhe schnellen ließ, ging sich mit dem vorhandenen Budget nur ein einziges solches Schulprojekt aus.
Auch Österreich muss in Burkina Faso sparen. Da bei gestiegenen Kosten das Budget nicht erhöht wurde, gab Österreich den Vorsitz aller Geberländer in der Sparte Berufsbildung, den die ADA innegehabt hatte, auf. So geht mit jeder Einsparung neben offensichtlichen Folgen für die einheimische Bevölkerung auch für Österreich etwas verloren: Prestige und Kompetenz.

Die fünf im weißen Bus sehen das fast übereinstimmend auch so. Doch einig oder nicht – die entwicklungspolitischen Sprecher haben ohnehin nichts zu reden. Ihre Proteste verhallen ungehört, ihr Unterausschuss tagte zuletzt vor eineinhalb Jahren, und in wichtigen Fragen wie etwa der Einstellung der EZA in Nicaragua wurden sie nicht einmal befragt.
So gesehen hätte man sie auch nach Nicaragua schicken können.

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Das Zimmer, ein karger Raum mit ein paar Neonröhren und Lamellenfenstern, ist schmucklos – und dennoch steht im Gesicht von Elmer Zelaya ein stolzes Lächeln, als er eintritt. Drinnen summen ein halbes Dutzend Computer, an denen Jugendliche aus Cinco Pinos im Internet surfen: per WLAN, also draht­lose Datenverbindung, und das hier in der Einöde des nicaraguanischen Berglands, wenige Kilometer von der Grenze zu Honduras entfernt. Der Sendemast, dessen Errichtung Zelaya organisiert hat, bezieht Strom von einem Windkraftwerk und einer Solaranlage.

Zelaya ist Chef der „Coordinación de Hermanamientos e Iniciativas de Cooperación Austríaca“ („Koordination der Städtepartnerschaften und Initiativen für die Kooperation mit Österreich“), kurz: Chica, die eine Reihe von Hilfsprojekten im Norden Nicaraguas unterstützt.

Ein Internetzugang gehört zwar nicht zu den Bedürfnissen des nackten Überlebens. Dass es ihn gibt und dass er rege genutzt wird, hängt aber ursächlich mit dem Kampf gegen die größte Not zusammen.
Cinco Pinos liegt in einer bitterarmen Ecke des ohnehin armen Departamento Chinandega im äußersten Westen Nicaraguas. Während des Bürgerkriegs in den achtziger Jahren war die Gegend Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen den linken Sandinisten und den rechten, von den USA unterstützten Contra-Rebellen. 1998 wurde die Region vom Hurrikan Mitch verwüstet; Tausende Menschen kamen durch das Unwetter und in der Folge durch Seuchen ums Leben.

Erst seit Kurzem gibt es eine asphaltierte Straße in den Ort. Im Jahr 2004 lag die Zahl der extrem Armen – also jener, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen – im Departamento Chinandega bei 18 Prozent und in Cinco Pinos wohl noch höher. Mehr als ein Viertel der Kinder besuchten nicht einmal die Volksschule.

In dieser Lage verfiel Zelaya, selbst in Cinco Pinos aufgewachsen, auf eine ebenso simple wie wirkungsvolle Idee: Schulfrühstück – ein Stück Kuchen und ein Glas Fruchtsaft für alle, die in die Klasse kommen. Inzwischen gehen in Cinco Pinos 98,2 Prozent der Kinder zur Schule, das Frühstück ist in ganz Nicaragua nationales politisches Programm.

Aprodese, eine der lokalen Initiativen, die Chica unterstützt, bildet Jugendliche in technischen Berufen aus. 1345 Absolventen hat sie bereits hervorgebracht, viele davon führen inzwischen eigene Kleinbetriebe und nutzen das Internet intensiv. „Sie laden sich zum Beispiel die Pläne von Ikea-Möbeln ­herunter und bauen sie nach“, grinst Zelaya. „Oder sie suchen außerhalb nach Absatzmärkten für ihre Produkte.“

Aprodese kümmert sich unter anderem aber auch darum, dass brandgerodete Wälder wiederaufgeforstet werden, hilft lokalen Handwerkern und nimmt den Bauern im Ort die Früchte ab, aus denen der Saft für das Schulfrühstück gemacht wird. Es gibt Projekte zur Trinkwasserversorgung, zur Stromproduktion durch Alternativenergien und vieles andere mehr.

Bis vergangenes Jahr wurde Chica von der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit pro Jahr mit 100.000 Euro unterstützt. Damit lässt sich bei Kosten von zehn Cent pro Schulfrühstück eine Million Portionen finanzieren – genug, um 1000 Schülerinnen und Schüler drei Jahre lang zu versorgen.

Heuer bekam Chica nur noch 70.000 Euro, ab 2013 wird es überhaupt kein Geld mehr von der ADA geben. Zwar ist die staatliche österreichische Entwicklungshilfe nicht die einzige Finanzierungsquelle von Chica. Das meiste Geld kommt von österreichischen Solidaritätsgruppen, die bereits seit Jahrzehnten hier aktiv sind. Allerdings konnten die privaten Unterstützer darauf zählen, dass ihre Spenden eins zu eins bei den ­Bedürftigen landeten, weil sämtliche Verwaltungs- und Overheadkosten von Chica aus den Geldern der ADA gedeckt wurden. „Es ist natürlich eine Gefahr, dass die Unterstützungsbereitschaft der Solidaritätsgruppen sinkt, wenn sich das ändert“, fürchtet Zelaya.

„Wir sind stolz darauf, was wir gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort erreicht haben“, sagt Hubert Neuwirth. Der gebürtige Kärntner leitet das österreichische Kooperationsbüro für Entwicklungszusammenarbeit in Managua und muss nun das Projekt Nicaragua beenden, und zwar ohne sich offiziell anmerken zu lassen, das er das alles andere als gern tut.
Jetzt rattert er eben die zahlreichen Fortschritte herunter, die das Land erzielt hat. Die extreme Armut ist binnen vier Jahren von 17,2 auf 9,7 Prozent gesunken. Was die Ernährungssicherheit betrifft, liegt Nicaragua an der Spitze der 72 Entwicklungsländer. Die Weltbank empfiehlt es als beste ­Destination für Direktinvestitionen in Zentralamerika.

Neuwirth fährt durch die Gegend der Stadt Masaya südlich von Managua und ­präsentiert die Arbeit von Cidel, einem Konsortium, das von neun Gemeinden betrieben wird. Mit österreichischem Geld, seit 1997 immerhin fünf Millionen Euro, werden hier 1200 Mikro-, Klein- und ­Mittelbetriebe mit rund 6000 Arbeitsplätzen durch Ausbildung von Fachkräften ­gefördert. Auch die Betreiber und Mit­glieder von Cidel zeigen sich vom Ende der österreichischen Entwicklungshilfe be­troffen.
„Wir laufen ja nicht davon“, will ADA-Koordinator Neuwirth beruhigen. „Wir schließen unser Engagement hier korrekt und professionell mit einer Übergangszeit von drei Jahren ab. Das sollte genug sein für die Leute, sich zu adaptieren.“

So gut wie die Geschäfte für das Konsortium Cidel nahe der Hauptstadt laufen, kommen sie in Hinkunft wohl auch ohne das Geld aus Wien über die Runden. Aber oben in Cinco Pinos?

Zwischen Nicaragua und Burkina Faso liegen Welten, fast 9000 Kilometer. Dort wie da herrscht Not, dort wie da wurde mit überschaubarem finanziellem Aufwand ­einiges bewegt. Für die Entscheidung, das eine Land aufzugeben und das andere weiter zu unterstützen, zählten letztlich Argumente, die kalter Realpolitik geschuldet sind: etwa, dass Nicaragua zwar immer noch das ärmste Land Zentralamerikas ist, im Gegensatz zu Burkina Faso längst aber nicht mehr zu den ärmsten der Welt gehört. Oder dass Westafrika mit all seinen Problemen den europäischen Interessen näherliegt als Zentralamerika.

Was offenbar nicht in Betracht gezogen wird, ist der Umstand, dass Österreich eine vergleichsweise geringe Ersparnis durch den Rückzug aus Zentralamerika mit dem Verlust von Kompetenz, Präsenz und Kontakt zu einer ganzen Region bezahlt.

Und wenn die geplanten Budgetkürzungen der ADA in den kommenden Jahren vollzogen werden, könnte Burkina Faso das gleiche Schicksal drohen. Vielleicht haben die fünf im Bus die beschwerliche Reise ­unternommen, um künftiges Einsparungspotenzial in Gestalt dankbarer Bürger zu besichtigen.

Bis dahin jedoch werden die mildtätigen Fremden mit den verschwitzten Gesichtern allen in Yegueresso in guter Erinnerung bleiben. Aber wer waren sie, und woher kamen sie eigentlich? Ein älterer Bauer sitzt mit seiner Frau im Schatten eines Baums und zuckt mit den Schultern. „Toubabou“, antwortet seine Frau schließlich. Auf Dioula, einer der Sprachen von Burkina Faso, heißt das „weiße Leute“.