ORF-Absage: Ex-Holtzbrinck-Manager erteilt ÖVP Abfuhr

Am 28. Juli zu Mitternacht endet die Bewerbungsfrist für den Posten des ORF-Generaldirektors.

Nachdem RTL-Boss Gerhard Zeiler via profil-Interview (siehe Artikel links) öffentlich abgesagt hatte, versuchte ÖVP-Klubobmann und Mediensprecher Karlheinz Kopf sein Glück bei einem weiteren internationalen Top-Manager österreichischer Provenienz: Michael Grabner, 62, einstiger „Kurier“-Vorstand, von 1991 bis 2007 Geschäftsführer der Stuttgarter Verlagsgruppe Holtzbrinck („Handelsblatt“, „Die Zeit“, „Der Tagesspiegel“) und seither als selbstständiger Unternehmensberater mit Firmensitz in Wien tätig.

Laut ÖVP-internen Kreisen versuchte Kopf Mitte Juni, Grabner eine Kampfkandidatur gegen den aktuellen ORF-Chef Alexander Wrabetz schmackhaft zu machen. In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber profil schließt der frühere Holtzbrinck-Boss einen Wechsel auf den ORF-Chefsessel aus – mit Hinweis auf die herrschenden Verhältnisse: „Die Spitze des ORF wird derzeit nach dem Grad politischer Umsetzungsbereitschaft besetzt. Das ist weder gut für den ORF noch für das Land. Da gibt es auch keinen Platz für politisch und wirtschaftlich unabhängige Kandidaten mit internationaler ­Medienerfahrung.“