Geldwäsche bei Schlaff-Holding?

Neuer Stoff für den Korruptions-Untersuchungsausschuss des Nationalrats: Laut profil vorliegenden Informationen erstattete die Bawag PSK am 8. März eine Geldwäsche-Verdachtsmeldung an das Bundeskriminalamt in Zusammen­hang mit Geschäftsbeziehungen zwischen dem Wiener Geschäftsmann Martin Schlaff und der Telekom Austria (TA).

Mitarbeiter des Bawag PSK „Compliance Office“ waren im Februar von Medienberichten aufgescheucht ­worden, wonach eine auf Zypern domizilierte und Schlaff zugerechnete Holdenhurst Holding im Jahr 2007 einen 1,8-Millionen-Euro-Beraterauftrag mit der TA-Tochter Mobilkom abgeschlossen hätte.

Die Leistung: Consulting im Zusammenhang mit Akquisitionen in Osteuropa. Die Bawag-PSK-Revisoren überprüften ihre Kundendatenbanken und wurden fündig. Schlaffs Holdenhurst Holding hatte 2006 zwei Konten – eines in Euro, eines in Dollar – bei der Bawag PSK eröffnet. Laut der Geldwäsche-Verdachtsmeldung überwies die Mobilkom – bereits im Juni 2006 – nicht 1,8 Millionen Euro, sondern tatsächlich 7,77 Millionen Euro auf das Euro-Konto der Holdenhurst Holding bei der ­Bawag PSK. Das Geld wurde kurz veranlagt und dann an Schlaffs ­Privatstiftung weiter­überwiesen.

Das Bundes­kriminalamt leitete die Geldwäsche-Verdachtsmeldung der Bawag PSK an das Bundesamt zur Korruptionsbekämpfung und an die Korruptionsstaatsanwaltschaft weiter.