Florian „Doc“ Kaps, Held des „Impossible Project“

Florian „Doc“ Kaps, Held des „Impossible Project“

© Polyfilm Filmverleih

Kultur
02/15/2022

Dokumentarfilm "An Impossible Project": Rettet das Analoge!

profil-Kinopremiere: Jens Meurers Dokumentarfilm "An Impossible Project" sympathisiert mit einem fabelhaften Spinner aus Wien.

von Stefan Grissemann

Die Geschichte, die in diesem Dokumentarfilm erzählt wird, ist weniger "unmöglich" als tatsächlich kaum zu glauben. "An Impossible Project" kreist nämlich um eine Figur, die aus Liebe zu den Dingen ständig äußerst Unvernünftiges ins Auge fasst. Florian Kaps, den (von Frau und Kindern abgesehen) alle Welt nur "Doc" nennt, hat sich der Verteidigung analoger Medien und Aufzeichnungsarten verschrieben. Das klingt, in einer Zeit der allumfassenden Digitalisierung, nicht nach dem allerschlauesten Business-Plan.

Und doch hat Kaps eine paradoxe Schwäche für verrückte Geschäftsmodelle. Sein erster Streich, von dem Regisseur Jens Meurer im ersten Teil seines erstaunlich mitreißend erzählten Films berichtet, war Docs vermutlich bislang wahnwitzigste Entscheidung: Kaps erwarb 2008, auf eigenes Risiko, die letzte Polaroid-Fabrik der Welt, um neu einzusteigen in den Sofortbildkameramarkt, der kurz zuvor aus guten Gründen das Zeitliche gesegnet hatte. Kaps kaufte erst, dann sah er der Wirklichkeit ins Auge. Sein Idealismus trug ihn weit, aber nicht ganz bis ins Ziel; irgendwann übernahmen doch die Investoren und die digitalen natives. Kaps wurde abserviert, aber er hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass Polaroids heute wieder zur Hipster-Grundausstattung gehören.

Und die kühnen Pläne gingen ihm nicht aus: von der Wiederbelebung eines seit Jahrzehnten brachliegenden Grand Hotels bis zur Entdigitalisierung Facebooks. Inzwischen betreibt Kaps den einzigartigen Wiener Vinyl-, Print- und Foto-Laden "Supersense". Am 17. Februar steigt im Wiener Filmcasino unter profil-Mitwirkung die Österreich-Premiere dieses Werks, das ab 18. regulär im Kino zu genießen sein wird. Es versteht sich beinahe von selbst, dass auch der Film selbst nicht in schnöden Videobildern, sondern auf edlem Analogfilmmaterial verewigt wurde.