© Tereza Mundilova

Aufgedreht
05/12/2021

Mavi Phoenix: Nichts gut genug!

Populärkultur & Musik zur Zeit. Teil eins: die Selbstfindung des österreichischen Popstars Mavi Phoenix.

von Philip Dulle

Jan Böhmermann hat ein Faible für Österreich. Oder ist es gar ein Fetisch? Der deutsche Satiriker und Moderator (2,3 Millionen Twitter-Follower) zerlegte und persiflierte unlängst in seiner ZDF-Show „Magazin Royale“ 29 Minuten lang nicht nur genüsslich Sebastian Kurz, Gernot Blümel und das türkise Netzwerk („Der Penatenkanzler & seine türkise Familie“), er lud sich auch einen österreichischen Popstar in sein Fernsehstudio in Köln-Ehrenfeld. Das war gut und wichtig. Denn: Mavi Phoenix, 25, lieferte den Beweis, dass Österreich („Das hügelige Miniaturwunderland rechts von Liechtenstein“) mehr als ein veritabler Gag-Lieferant für den großen (Satire-)Nachbarn ist.

„Nothing is ever right with you / Nothing is ever good with you / Nothing is good enough for you“, heißt es in dem neuen Song – und es klingt gar nicht nach „Kriegst eh alles, was du willst“-Liebesbekundungen mit Zwinker-Kuss-Emojis. „Nothing Good“ spielt lieber mit dem ewigen Popmusik-Topos der unmöglichen Liebe und vollzieht die musikalische Transition von der gefeierten Nachwuchs-Rapperin Mavi Phoenix zum Sänger, für den Österreich immer schon ein wenig too small war. Man muss wissen: Der in Linz geborene Musiker lebt nach einer Gender-Transition nun als Marlon Nader – und „Nothing Good“ ist erst sein zweiter Song als Mann. Dabei erweitert Mavi Phoenix seinen bisherigen Mix aus Elektropop, R&B und Rap um ein unkaputtbares Gitarrenriff, trotzige Lyrics und ein neues stimmliches Selbstbewusstsein. „Why’d you wanna hurt me, Baby?“, singt Phoenix über sein Herzeleid: „You’re such a flirt and you lie / dirty and shady“. Manchmal kommen einander Politik und Pop doch gefährlich nahe.

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