Umberto Ecos neuer Roman „Nullnummer“: Halbe Lust

Umberto Eco altväterisch

Umberto Eco altväterisch

Umberto Eco widmet sich in seiner zahnlosen neuen Romansatire „Nullnummer“ dem Medien-Business.

Die Ereignisse, von denen dieser Roman erzählt, finden in der Prähistorie des Medialen statt. In „Nullnummer“, einer Parodie auf das italienische Medien-Business der sehr frühen Ära Berlusconi, sind Handys noch Mangelware und Computer Luxus. Eco, 83, hat das Buch als Schelmenroman konzipiert, in dem sich eine Handvoll Journalisten tummeln und die eigentliche Handlung zur Schimäre wird: Am Ende von „Nullnummer“ sollen die Erinnerungen eines Redakteurs stehen, der in den Memoiren über die Arbeit am Aufbau einer Zeitung berichtet, die nie erscheinen wird. Die Mitglieder der Redaktion, die dafür rekrutiert werden, erweisen sich bald als dumm wie Bohnenstroh, das Zeitungsexperiment ist zum Scheitern verurteilt – spätestens, als einer der Reporter enthüllt, dass Faschistenführer Mussolini 1945 gar nicht hingerichtet wurde. So weit, so halblustig.

Eco setzt in „Nullnummer“ auf die Humor-mit-dem-Hammer-Methode, die in diesem weitschweifigen Bericht über das – so die von Eco ventilierte Message – grenzenlose Versagen der Medien satirische Funken schlagen soll. „Nicht die Nachrichten machen die Zeitung, sondern die Zeitung macht die Nachrichten“, doziert Umberto Eco altväterisch.

Umberto Eco: Nullnummer. Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber. Hanser. 231 S., EUR 22,60