Wolfgang Tillmans

© Wolfgang Paterno

Kultur
11/19/2021

Wolfgang Tillmans: „Für mich ist diese Vorstellung ein Graus“

Wolfgang Tillmans zählt zu den wichtigsten Fotografen der Gegenwart. Ein Gespräch über Eichhörnchen und Schneematsch, Regentropfen und Reisen um die halbe Erde. [E-Paper]

von Wolfgang Paterno

Wolfgang Tillmans, 1968 im deutschen Remscheid geboren, machte sich in den 1990er-Jahren mit Fotos für Szene-Magazine wie „Prinz“, „Tango“ und später für „Tempo“ als Chronist seiner Generation mit Serien aus Techno-Clubs und von der Love-Parade schnell einen Namen. Internationale Auszeichnungen – 2000 erhielt er als erster Nichtengländer und erster Fotograf den renommierten britischen Turner-Preis – und Museumsausstellungen seiner wie zufällig wirkenden, dabei akribisch komponierten Stillleben mit Alltagsszenen, Landschaften, Porträts und Himmelsaufnahmen folgten. Daneben entstanden bekannte Serien mit in der Dunkelkammer bearbeitetem Fotopapier, die auf Auktionen Rekordpreise („Freischwimmer #81“ lukrierte 2017 rund 560.000 Euro) erzielen.

Seit seinen Anfängen betrachtet Tillmans die Welt gleichermaßen als Forscher wie als Fotograf – mit unterschiedlichen Kunstschwerpunkten: 2002 dreht er ein Musikvideo zum Song „Home & Dry“ der Pet Shop Boys, in dem sich hauptsächlich Mäuse in der Londoner U-Bahn tummeln; seit 2016 produziert Tillmans nach jahrzehntelanger Pause auch wieder eigene Musik, im Vorjahr erschien der Track „Can’t Escape Into Space“. Das Wiener Museum moderner Kunst zeigt die erste große Tillmans-Schau in Österreich mit Werken aus vier Jahrzehnten, die Videoinstallation „Book For Architects“ und neue Musikvideos. Die für kommende Woche geplante Eröffnung wurde pandemiebedingt auf den 14. Dezember verschoben.

profil: Herr Tillmans, was passiert eigentlich, wenn Sie fotografieren?
Tillmans: Unterschiedliches. Das Ganze ist jedenfalls nicht von höheren Wesen oder Intuition diktiert. Meine Bilder entstehen aus einem breit gefächerten Spannungsverhältnis heraus: der Suche nach Kontrolle, dem Versuch, das „Medium“ zu meistern, bis zu dem Punkt, das Entstehen der Bilder bewusst dem Zufall zu überlassen – im Bewusstsein, dass in dem Moment, in dem ich den Zufall mitspielen lasse, dieser kein Zufall mehr ist.

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