Michael Nikbakhsh: Porto essen Zinsen auf

Michael Nikbakhsh: Porto essen Zinsen auf

Gerade wieder Briefpost von der systemrelevanten Hausbank erhalten. Kontoführung wird teurer. "Inflationsbedingte Anpassung", steht da.

Und dass ich der Preisänderung zustimme, wenn ich dieser nicht widerspreche und meinen Girokontovertrag "frist"- und "kostenlos" (immerhin) kündige. Ja, eh. Davor war's das Porto auf die quartalsweisen Sparkontoauszüge. Altmodisch, ich weiß. Der Postweg, der ist überhaupt auffallend inflationsaffin: plus 129,6 Prozent Portokostensteigerung seit 2011. Alles wird teurer, weil alles teurer wird (obwohl die Statistik ja Gegenteiliges nahelegt).

Nun gut, fast alles wird teurer. Mit täglich fälligen 0,125 Prozent aufs zu Ersparende gebe ichs mittlerweile ja doch deutlich deflationär. Habe mir ausgerechnet, dass ich zu dieser Kondition (nach Abzug der 25-prozentigen Kapitalertragsteuer sind es übrigens nur mehr 0,09375 Prozent Zinsen per annum) ein Jahr lang immerhin 2650 Euro vorhalten müsste, nur um die Portokosten von zuletzt 2,48 Euro jährlich zu bestreiten. Post abbestellen? No way. Ganz im Gegenteil. Der Selbstversuch: Auf nämlichem Online-Sparkonto liegt jetzt genau: 1 Euro. Rein rechnerisch wird dieses Konto am Ende des Jahres - und auf Basis der derzeit gültigen Zinsen und Gebühren - ins Minus fallen. Und zwar ohne jedes weitere Zutun. Was bei einem Sparkonto eigentlich gar nicht vorgesehen ist. Da dräut eine hässliche "Nachschussverpflichtung".

Harre mit Spannung der weiteren Wendungen. Stelle mich vorsorglich auf einen belebenden Briefwechsel ein.