Flughafen Wien
Morgenpost

Fliegen Sie heuer noch in den Sommerurlaub?

“Flugscham” in den Sommerferien, Sozialdemokratie auf Babler-Kurs und die letzten Tage der legendären Toilettenfrau des Wiener Burgtheaters. Erhellendes am Fenstertag.

Drucken

Schriftgröße

Eine Mutmaßung an diesem Fenster- bzw. Brückentag: Wer heute noch immer nicht weiß, wohin es heuer im Sommerurlaub geht, hat die Kontrolle über die beste Jahreszeit verloren, oder hat in Zeiten von Inflation und Teuerung einfach kein Urlaubsbudget mehr. Die viel wichtigere Frage ist aber nicht, wo man die Ferien verbringt, sondern wie man da überhaupt hinkommt. Denn: Klimakrise hat immer Saison – und Termini wie “Flugscham” und “Zugstolz” werden heute nicht nur von der Fridays-for-Future-Generation am Küchentisch diskutiert. Gut, dass es den Klima-Podcast “Tauwetter” meiner Kolleginnen Christina Hiptmayr und Franziska Dzugan gibt. Diese Woche im Gespräch: Markus Fischer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln, wo an der Zukunft des Flugverkehrs getüftelt wird. Ziel ist es, so Fischer, in der Luftfahrt so klimaverträglich wie möglich zu werden und in Zukunft auf unterschiedliche Technologien zu setzen. Unter anderem werden Wasserstoff, Biokraftstoffe und sogenannte E-Fuels getestet, aber auch zu Elektroantrieben und Hybridsystemen wird geforscht. Herr Fischer wird, so viel darf hier verraten werden, heuer mit dem Auto in die Ferien fahren. Und wie halten Sie es mit dem Fliegen? Schreiben Sie uns gerne an [email protected].

Wie wird die neue SPÖ unter Babler?

Szenenwechsel nach Traiskirchen, ins Burgenland und in die Löwelstraße. Denn verlängerte Sommerferien bräuchte wohl auch die SPÖ nach den wochen- und monatelangen Querelen und der verkorksten Sonderparteitagsabstimmung im Linzer Design Center (Stichwort: Excelgate). Viel Zeit wird der neue Parteivorsitzende aber nicht haben, um die Weichen Richtung Nationalratswahl 2024 zu stellen. Dabei wäre es sinnvoll, nicht nur auf das andauernde Umfragehoch der Kickl-FPÖ zu schielen, wie Anna Thalhammer und Eva Linsinger im aktuellen Politik-Podcast analysieren. Spoiler: Es ist noch nicht zu spät für die Sozialdemokratie. Mehr zur SPÖ lesen Sie in unserem Dossier unter profil.at/themen/spoe und in der kommenden Ausgabe.

Früher war mehr Familie

Meine Kollegin Angelika Hager hat indes die legendäre (und originelle) Toilettenfrau Veronika Fileccia des Wiener Burgtheaters porträtiertdie nach 26 Jahren in Pension geht und dabei wenig wehmütig ist (“früher war mehr Familie”). Und auch die Nachtkritik konnte man sich sparen, man musste nur bei Frau Fileccia vorbeischauen. Denn richtig schlechte Trinkgeldtage, erzählt sie Hager, waren auf der Burg-Toilette immer dann, wenn es „zu viel Tote in an Stückl geben hat“. Das Geld häufte sich eben nur, „wenn’s lustig war“. Und in letzter Zeit war wenig lustig, meint sie. Und was bleibt nach so vielen Jahren an der Burg? „Ich hab' echte Hardcore-Fans g'habt, die sie vor jedem Stück meine Meinung g'holt haben. Angeschaut habe ich mir nix, mit dem Theater kannst mi jagen, aber die Reaktion der Leute war immer die beste Kritik.”

So eine Geschichte, da kann ich meinen Kollegen Gernot Bauer aus der Innenpolitik zitieren, lesen Sie nur im profil.

Ein erhellendes Wochenende wünscht

Philip Dulle

Philip Dulle

Philip Dulle

1983 in Kärnten geboren. Studium der Politikwissenschaft in Wien. Von 2009 bis 2024 Redakteur bei profil. Hat ein Herz für Podcasts, Popkultur und Basketball.