FPÖ-Regierungsmitglieder inserierten um 116.000 Euro in rechten Medien

Vor seinem Rücktritt buchte Heinz-Christian Straches Sportministerium noch ein Inserat bei „Alles Roger?“.

Vor seinem Rücktritt buchte Heinz-Christian Straches Sportministerium noch ein Inserat bei „Alles Roger?“.

„Wochenblick“ und Co profitieren von FPÖ-Regierungsbeteiligungen – am meisten schaltete Hofers Verkehrsressort, gefolgt von Kickls Innenministerium.

Wie „profil“ in seiner aktuell erscheinenden Ausgabe berichtet, schalteten freiheitliche Minister, Mitglieder der oberösterreichischen Landesregierung sowie der Linzer Stadtregierung und die Linz AG innerhalb der vergangenen zweieinhalb Jahre Inserate in der Gesamthöhe von mindestens 116.000 Euro in rechten Medien.

Heinz-Christian Straches Sportministerium schaltete ein Inserat
bei „Alles Roger?“

Heinz-Christian Straches Sportministerium schaltete ein Inserat bei „Alles Roger?“

An der Spitze der Begünstigten steht der oberösterreichische „Wochenblick“ (74.490 Euro), gefolgt vom Monatsmagazin „Alles Roger?“ (22.580 Euro), Andreas Mölzers „Zur Zeit“ (8710 Euro), „unzensuriert“ (7200 Euro), welches von einem FPÖ-Parlamentsklubmitarbeiter geführt wird, sowie „Info Direkt“ (3060 Euro).

GUT GEBUCHT. FPÖ-Vizelandeshauptmann Manfred Haimbuchner inserierte im „Wochenblick“ 2019 um 4800 Euro.

GUT GEBUCHT. FPÖ-Vizelandeshauptmann Manfred Haimbuchner inserierte im „Wochenblick“ 2019 um 4800 Euro.

Auf der Auftraggeberseite führen das Verkehrsministerium (43.300 Euro) und das Innenressort (25.170 Euro) das Feld an. Das zeigt eine „profil“-Auswertung, die sich auf zwei aktuelle Anfrageserien des oberösterreichischen Landtagsabgeordneten Severin Mayr (Grüne) und der SPÖ-Nationalrätin Sabine Schatz stützt.

SCHALTFEHLER. In seinem Inserat in „Info Direkt“ wünscht der Linzer FPÖ-Mann für die „laufende Saison viel Erfolg“. Wurde die Anzeige vertauscht?

SCHALTFEHLER. In seinem Inserat in „Info Direkt“ wünscht der Linzer FPÖ-Mann für die „laufende Saison viel Erfolg“. Wurde die Anzeige vertauscht?

Der Kommunikationswissenschaftler Josef Trappel von der Uni Salzburg nennt die Inseratenpraxis wörtlich „staatspolitisch unverträglich“ und „fatal“: „Wenn Medien strikt nur Parteiinteressen verfolgen und Fakten verdrehen, besteht kein Anlass, denen auch noch Förderungen zukommen zu lassen. Das schadet einer Demokratie und stärkt sie nicht.“