Kopftuch für Sechsjährige "ist Schulrealität"

"1. Klasse“: Der Folder mit Kopftuchmädchen als Werbeträger lag
für Tausende Gläubige gut sichtbar auf.

"1. Klasse“: Der Folder mit Kopftuchmädchen als Werbeträger lag für Tausende Gläubige gut sichtbar auf.

Die größte Moschee des Landes, das Islamische Zentrum in Wien-Floridsdorf, wirbt offensiv für Schulen, in denen bereits sechsjährige Mädchen Kopftuch tragen.

Die mit saudischem Geld errichtete und finanzierte Moschee ist religiöse und kulturelle Anlaufstelle für Tausende Gläubige und aktuell auch für viele Flüchtlinge aus dem Nahen Osten. Ihnen wird die Isma-Gesamtschule in Wien-Meidling mit 130 Schülern ans Herz gelegt. Wie ein Lokalaugenschein in der Moschee zeigte, hängen Folder mit den Kopftuch-Mädchen beim Haupteingang zur großen Gebetshalle.

"Mädchen mit Kopftuch bilden die Schulrealität ab, wir haben auch Mädchen ohne Kopftuch und nicht-muslimische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“, sagt Schulleiterin Petra Klier. Sie sieht das Kopftuch als Ausdruck der Willensfreiheit. "Manche Mädchen ziehen das an, was die Mutter hinlegt, andere genau deswegen etwas anderes.“ Die Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Carla Amina Baghajati, sieht das anders. Das Kopfuch sei nur etwas für die "religiös mündige Frau“, betonte sie mehrmals. Die Isma-Schulgründung ging von Muhammad Ismail Suk aus. Suk geriet wegen Kontakts mit dem salafistischen Skandal-Prediger Pierre Vogel in die Kritik. "Suk ist schon länger nicht mehr im Verein“, sagt Klier. Salafist sei er "mit Sicherheit keiner“.