profil-Morgenpost: Das Leben ist kein Aiderbichl

profil-Morgenpost: Das Leben ist kein Aiderbichl

Guten Dach!

Neulich in Innsbruck: Kollegin Rosemarie Schwaiger begab sich zu einer spannenden Recherche in die Tiroler Landeshauptstadt. Höhenluft macht hungrig, daher suchte sie ein Gasthaus. Wie alle Wiener in Innsbruck fand sie es nahe des Goldenen Dachls. Das Gasthaus heißt auch so. Auf der Speisekarte findet sich neben Ochsenmaulsalat, Bauernmarend und Schlutzkrapfen auch die „regionale Spezialität“ Fohlengulasch . In Wien kennt man eine artverwandte regionale Spezialität: Pferdeleberkäse . Vor dem geistigen Auge spielt sich ein Drama auf vier Hufen ab: Vater-Hengst und Mutter-Stute enden nach einer kurzen Karriere bei Kickls Berittener Polizei beim Pferdefleischer am Mariahilfer Gürtel, die von ihnen getrennten Fohlen-Kinder in der Küche des „Goldenen Dachls“. Das Leben ist kein Aiderbichl.

„Heast Bauer, raucht dei Pferd?“

Kollegin Schwaiger aß dann etwas anderes. Gegen den Verzehr von Pferdefleisch (aller Altersklassen) ist aus ihrer Sicht nichts einzuwenden. Das allgemeine Rauchverbot (jetzt auch auf Bahnsteigen) nimmt sie zwar zur Kenntnis – verstößt dagegen aber zumindest publizistisch im aktuellen profil.

Wie schlägt man nun den Bogen vom Nikotin- zum Fohlengenuss? Am besten mit einem eingeschobenen Witz:

„Heast Bauer, raucht dei Pferd?“
„Na!“
„Dann brennt dei Stoi.“

Schon einen Kranz besorgt?

Wenn Sie wissen wollen, was Kollegin Schwaiger in Innsbruck recherchierte, müssen Sie auf das nächste profil warten, im Abo ab Sonntag. Der kommende Sonntag fällt ja auf den ersten Advent. Schon einen Kranz besorgt? Kerzenrauch, da kann ich Kollegin Schwaiger und den Klerus in Wien und Innsbruck beruhigen, wird nicht so schnell verboten werden. Vom Kerzenschlucken ist freilich abzuraten.

Guten Appetit!

Gernot Bauer

Lesetipp: „Brüder“, ein Roman der deutschen Journalistin und Schriftstellerin Jackie Thomae. Habe es noch nicht gelesen, aber verlasse mich aber auf die diesbezügliche Empfehlung des wirklichen Experten Ijoma Mangold in der „Zeit“.