Nichtwähler: In Problembezirken wählen weniger Menschen

Nichtwähler: In Problembezirken wählen weniger Menschen

Die Wahlmüden: In Problembezirken gehen weniger Menschen wählen als im Durchschnitt.

In den Problembezirken deutscher Städte gehen oft nur halb so viele Menschen wählen wie in Villenvierteln. Das belegt eine neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Dieser Trend ist auch in Österreich feststellbar. In den ärmeren Wiener Bezirken Rudolfsheim-Fünfhaus (65 Prozent), Brigittenau (66 Prozent) und Favoriten (68 Prozent) gingen bei der Nationalratswahl 2008 weniger Menschen wählen als im Wiener Durchschnitt (74 Prozent). In den bürgerlichen Bezirken Hietzing (77 Prozent) und Döbling (74 Prozent) waren es deutlich mehr.

Ähnlich in Graz: In den kaufkraftschwachen Bezirken Gries (55 Prozent) und Lend (59 Prozent) pilgerten weniger Bürger zu den Urnen als im Grazer Durchschnitt (71 Prozent). Auch in Linz kamen die ärmeren Bezirke Franckviertel (62 Prozent) und Kleinmünchen (67 Prozent) nicht an die durchschnittliche Wahlbeteiligung von 74 Prozent heran.

Kein Trend in ländlichen Gegenden
Für die ländlichen Gegenden Österreichs gilt die Regel nicht. In den ärmeren Kärntner Bezirken Hermagor und Völkermarkt lag die Wahlbeteiligung sowohl bei den Landtagswahlen 2013 als auch bei den Nationalratswahlen 2008 über dem Kärntner Durchschnitt.