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profil-Morgenpost
05/18/2021

Sind Sie bereit für die Gastro?

Ein Feierabend wie früher: Nach 7 Monaten öffnen heute die Lokale.

von Franziska Tschinderle

Guten Morgen!

Das Wichtigste zuerst: Heute ist etwas anders.

Gehen Sie doch mal vor die Türe und schauen nach, ob Ihr Lieblingskaffee aus dem Lockdown-Dornröschenschlaf aufgewacht ist. Oder nach Feierabend, ob Ihr Beisl oder das Restaurant Ihrer Wahl wieder Reservierungen aufnimmt. Heute öffnet Österreichs Gastro, zum ersten Mal seit sieben Monaten. Bevor Sie eine Reservierung machen: Das hier sollten Sie beachten.

  • Zutritt haben nur Geimpfte, Genesene oder Getestete.
  • Abseits der Tische gilt FFP2-Maskenpflicht.
  • Die Inhaber sind verpflichtet Kontaktdaten zu erheben.
  • Im Innenbereich sind max. 4 Erwachsene + Kinder erlaubt.
  • Im Außenbereich sind max. 10 Erwachsene + Kinder erlaubt.
  • Eine Konsumation an der Bar ist verboten.
  • Aufgesperrt wird ab 05:00, Sperrstunde bereits um 22:00 Uhr.

Jetzt zur schlechten Nachricht: Das Aufsperren der Gastro wird nicht nur ein Freuden- sondern auch ein Trauerspiel. Es ist ein bisschen wie die Leidensgeschichte von Jesus Christus zu Ostern: Die einen werden wiederauferstehen, die anderen gehen von uns. Wenn ihr Lieblingsbeisl den Lockdown nicht überlebt hat, können Sie sich zumindest mit einem Frischgezapften trösten. Trinken wir jetzt mehr, weil die Gastro aufmacht? Nein. Das österreichische Institut für Suchtprävention hat unlängst erhoben, dass der Alkoholkonsum im ersten Lockdown massiv angestiegen ist.

Über die Grenze nach Ungarn

Ich war schon letzte Woche im Kaffee, und zwar in Sopron, der ungarischen Grenzstadt nahe des Neusiedlersees. Dort hatten die Lokale geöffnet, während bei uns in Wien noch alles zu war. Ich sah meine Kollegin Siobhán Geets eine Speisekarte in der Hand halten, ihren dritten Kaffee bestellen und hörte, wie sie einen ungewöhnlichen Satz aussprach: „Und, wo wollen wir heute Abend essen?“ Die kleinen Freuden kehren in unser Leben zurück. 

Wir waren in Ungarn nicht nur im Kaffeehaus, sondern haben ein gutes, altes journalistisches Werkzeug angewandt: die Straßenumfrage. Anlass gab eine üble Schmierkampagne gegen mich und das profil im ungarischen Staatsfernsehen. Der Grund: Wir hatten es gewagt, der Regierungspartei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orbán drei kritische Fragen zu stellen.

Was ist da los in unserem Nachbarland? Dazu lesen Sie in der übernächsten Ausgabe einen Schwerpunkt, darunter auch den Lokalaugenschein von Kollegin Geets und mir.

Jetzt wünsche ich Ihnen einen entspannten Lokalbesuch!

Ihre Franziska Tschinderle

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