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Österreich
04/24/2021

Rechtlicher Druck: Ärztevertreter stoppten Impf-Schulung für Apotheker

Mehr als 500 österreichische Apotheker haben bereits eine entsprechende Fortbildung absolviert. Die Apothekerkammer will notfalls aufs Ausland ausweichen.

von Stefan Melichar

Bereits mehr als 500 österreichische Apotheker und Apothekerinnen haben eine Schulung für die Durchführung von Corona-Impfungen absolviert. Dies bestätigte die Apothekerkammer auf Anfrage. Rund 440 Pharmazeuten wurden demnach in Österreich ausgebildet, mehr als 90 in der Schweiz. In Österreich führte das Rote Kreuz Oberösterreich die auf drei Tage ausgelegte Fortbildung durch. Allerdings wurden die Schulungen vor einigen Wochen auf Druck von Ärztevertretern gestoppt.
 

„Ich habe dem Roten Kreuz dargelegt, dass es rechtlich nicht erlaubt ist“, bestätigte Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer OÖ. Impfen sei eine ärztliche Aufgabe und falle unter das sogenannte Ausbildungsvorbehaltsgesetz. Das Rote Kreuz OÖ stoppte daraufhin die Apotheker-Schulungen. Die Apothekerkammer bestreitet, dass dieses Gesetz greift: „Sollte die Durchführung der praktischen Impf-Fortbildung mit einem Arzt oder einer Einrichtung in Österreich aufgrund rechtlicher ‚Drohgebärden‘ gegenüber unseren Fortbildungspartnern wie dem Roten Kreuz OÖ nicht möglich sein, werden wir diese Fortbildung im benachbarten Ausland oder mit ausländischen Partnern in Österreich fortsetzen.“

Die Apotheker haben sich – zum Missfallen der Ärztevertreter – als zusätzlicher Impfanbieter ins Spiel gebracht. Einerseits rechnet man damit, dass in Zukunft pro Jahr „viele Millionen“ Corona-Auffrischungsimpfungen notwendig sein werden. Andererseits denken Pharmazeuten nicht nur an Covid-19, sondern auch an andere gängige Auffrischungsimpfungen wie Influenza und FSME. „In mehreren EU-Mitgliedsstaaten zählt die praktische Durchführung von Impfungen zum Berufsbild des Apothekers“, argumentieren die Standesvertreter.

Vorsichtige Unterstützung signalisiert die Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK): „Wir sind froh, dass so breit und so schnell wie möglich geimpft wird“, teilt ÖGK-Chefarzt Andreas Krauter in einem Statement mit. „Zunächst ist es aber eine Entscheidung des Gesetzgebers zu regeln, wer von wem, wo geimpft wird.“

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