Werner Kogler im Club 3

Werner Kogler im Club 3

© Kronen Zeitung/Klemens Groh

Club 3
10/16/2021

Werner Kogler: „Es geht drunter und drüber in der Justiz“

Der Vizekanzler wurde im profil-Talk Club 3 trotz aller Schwurbelei konkret. Die Chefredakteure waren im Nachgespräch noch konkreter.

von Christian Rainer

Es gibt Politiker, die schwurbeln. Und es gibt Politiker, die schwurbeln sehr. Zur zweiten Kategorie gehörte immer schon Werner Kogler. Beim aktuellen Club 3 wurde der Vizekanzler diesem unter Politikern pandemisch verbreiteten Kommunikationsstil mit jeder Antwort gerecht: mehr als jeder andere Gast, der bisher im gemeinsamen TV-Talk-Format von profil, „Kurier“ und „Kronen Zeitung“ befragt wurde, so der einhellige Tenor der Chefredakteurin und der beiden Chefredakteure im Bar-Talk, der (offiziellen) Nachbesprechung der Gastgeber.

So versuchten „Kurier“-Chefin Martina Salomon, Klaus Herrmann von der „Krone“ und profil-Herausgeber Christian Rainer über die Hälfte der Sendezeit, dem Bundesobmann der Grünen eine sehr einfache Antwort abzuringen: Was wäre passiert, hätte die ÖVP den Kanzler nicht ausgetauscht? Wer hätte Österreich dann regiert? Kogler versuchte zunächst, sich detailreich in das Programm von Türkis-Grün zu retten. Auf insistierende Nachfrage, ob dann nicht „logisch“ eine Regierung unter Beteiligung der FPÖ hätte folgen müssen, ließ sich Kogler schließlich zu einer Diskussion über die Wortbedeutung von „Koalition“ hinreißen. Der Eindruck der Chefredakteure: Eine „Allianz“ (Zitat Kogler) mit Einschluss der Freiheitlichen unter Herbert Kickl wäre im Bereich des Möglichen gelegen.

Ebenso wenig wollte sich Kogler darauf festlegen, ob das Diktum seiner Klubchefin gelte, wonach sie „ausschließe“, dass Sebastian Kurz in dieser Legislaturperiode als Bundeskanzler zurückkehren werde. Das sei bloß „eine Prognose“ von Sigrid Maurer gewesen, relativierte der Parteichef die Festlegung seiner wichtigsten Parteifunktionärin. „Krone“-Chef Herrmann merkte ironisch an, es käme wohl darauf an, „welche Legislaturperiode gemeint sei, allenfalls eine, die im kommenden Frühjahr endet“.

Unfreiwillig humorvoll auch Koglers Einschätzung, wann denn „eine 3G-Pflicht am Arbeitsplatz“ beschlossen würde: Das sei Sache „der Sozialpartner“, aber „bis Ende des Jahres“, hoffe er doch. Die Interviewer gehen davon aus, dass er 2021 meinte.

Aufgewärmt gegen Ende der Sendung nahm Kogler schließlich die Rolle der Justizministerin ein, die von den Journalisten (ebenso wie der Gesundheitsminister) mit einer „Vermisstenmeldung“ als zu wenig präsent deklariert wurde. „In der Justiz geht es drunter und drüber“, so Kogler auf die Vorhaltung, dass in Alma Zadićs Apparat jeder gegen jede kämpfe. Eine „Beschleunigung“ des Verfahrens gegen Sebastian Kurz könne er sich jedenfalls nicht vorstellen.

Spoiler aus dem Bar-Talk nach der Fragerunde: Zwei der drei Mitglieder der Chefredakteurinnen- und Chefredakteursrunde sind der Meinung, dass bereits im kommenden Jahr gewählt wird. Wer wissen will, wer die beiden sind, kann den Club 3 ab 20:15 hier in voller Länge nachsehen.

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